Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht] / Levy, Ludwig
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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383 Xtirze piieilungen. Von Ludwig* Levy. (Fortsetzung). 111 cler Neuen kirchlichen Zeitschrift Jg. XVI, H. 2, 1905 lesen wir einen nach Inhalt und Darstellung gleich vortrefflichen Aufsatz von Sellin über den »Ertrag der Ausgrabungen auf den Trümmerfeldern des alten Orients, insbesondere Palästinas, für die Erkenntnis der Entwicklung der Religion Israels«, »So viele Berührungspunkte kultureller und religiöser Art auch zwischen Babylon und Israel existieren, so dankbar wir sein müssen für die unzähligen Bereicherungen unseres Wissens, die uns die babylonischen Ausgrabungen für die Einzelgebiete des religiösen Lebens in Israel, für seinen Kult, seine Gesetze und Gebete, gebracht haben, doch für die Erkenntnis der Entstehung und Entwicklung des innersten Wesens der israelitischen Religion nichts, aber auch gar nichts gewonnen ist. Die babylonischen Ausgrabungen haben uns gerade in vollem Umfange bestätigt, dass Israel ein ganz spezielles, ihm von Gott gegebenes und von keinem anderen Volke, auch nicht von Babylon herzuleitendes religiöses Besitztum inne hat. Und dass wir nun erst recht erkennen, worin derselbe besteht, ist vielleicht der allerhöchste Gewinn dieser Ausgrabungen« (S. 117). Vf. weist darauf hin, dass man zu vielen Kategorieen der biblischen Litteratur Parallelen in Babylon gefunden habe, zu einer aber schlechterdings nicht, zu den Prophetenschriften. Seher und Mantiker habe man dort gehabt, aber von solchen Männern, die ihren eigenen Königen ihre Sünden und deren göttliche Bestrafung ins Angesicht schleuderten, die über das ganze weltlichsündige Sein und Wesen ihres Volkes das furchtbare »Gewogen und zu leicht befunden« aussprachen, auch zu Zeiten, wo scheinbar die Sonne des Glücks lachte, hören wir in Babylon nichts; solche Männer, die in die Menschheit Ewigkeitsgedanken hineingeworfen haben, von denen diese jetzt noch nach bald drei Jahrtausenden »zehrt und immerdar zehren,« die sucht man dort vergebens. [111] Aus der Theol. Zeitschr. »Deutscher Merkur« Jg. 25 notieren wir eine Reihe von Aufsätzen über das Thema: Natur und Bibel. [112] In der Zeitschr. des deutschen Palästina-Vereins Bd. XXVIII, 1, 1905 veröffentlicht W. O e h 1 e 1־ einen Artikel über »Die Ortschäften und Grenzen Galiläas nach Josephus.« [113] (Fortsetzung folgt).