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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 3 · p. Seite 351

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 3
Article
Mendelsohniana
Date
1905-01-01
Page
Seite 351 (sequence 3)
Language
German
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Mendelssohniana. weiser Mann!« — Ich machte eine bescheidene Verbeugung. Indem zupfte man mich von hinten, und ein Kantor stand vor mir: »Was will der Jude?« — »Dem Herrn Verstand abschachern, wenn er welchen hat«. — »Kennen Sie denn Mendelssohn nicht?« fiel der fff ein. ״Mendelssohn!« sagte der schwarze Mann gezogen: »aber dürfte es nicht eine Sottise für den Philosophen sein, hier zu erscheinen?« — Ich legte bedenklich den Finger an die Nase: In so hoher Gegenwart verträgt diese Frage keine Antwort. — »Was macht, weiser Mann«, fragte jetzt der fff, »Dein Freund Lessing im Elysium?« — »Er lebt sehr ruhig; denn seit er mit Voltairen ausgesöhnt ist, hat sich Lafontaine dazu gesellt und diese beiden Geister sind dem Pastor Götze ein Schrecken, der nun mit keinem Auge sich sehen lässt.« — »Aber was will Moses Mendelssohn auf der Oberwelt?« — »Die Wahrheit mehr noch zu verdeutlichen, da ich als Mensch zu schüchtern war.« Er fixierte mich hier mit einem so ernsten Gesicht, »Und diese Wahrheit?« Ich musste eine andere Wendung nehmen: »Ich habe meinen Phädon noch unvollendet gelassen.« — »Nun, dein Aufsatz über die Unsterblichkeit ist recht artig«, fing er lächelnd an. »Wie denkst Du jetzt von der Sache?« — »Etwas anders, aber nur dem könnte ich das Wie erklären, der mit mir den Acheron beschifft hätte«. Ich lege dieser kleinen Skizze nicht übermässige Bedeutung bei. Aber da sie offenbar von einem Christen herrührt, fast zwei Jahrzehnte nach Mendelssohns Tode geschrieben ist und überdies in höhere Gesellschaftskreise verlegt wird, so ist sie kulturgeschichtlich nicht uninteressant und deswegen einer Mitteilung wert. III. Ein Stammbuchblatt Mendelssohns ist in einem neueren Gymnasialprogramm bekannt geworden. »Aus der deutschen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts, von Hubert Freund«, (Programm des Kaiserl. Augusta-

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