Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Der jüdische Hofbankier der Magdeburger Erzbischöfe im 14. Jahrh.
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 459 (sequence 3)
- Language
- German
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Der jiid. Hofbankier der Magdeburger Erzbischöfe im 14. Jahrh. 459 dabei den jüdischen Bankier in vornehmer Gesellschaft, in Verbindung mit Männern geistlichen und weltlichen Standes tätig. Fanden doch mit dem Domherrn Johann von Marburg, dem genannten Hans von Neindorf und unserem, »Smole deme joden«, die den Erzbischof Dietrich vertraten, wegen jener Angelegenheit Unterhandlungen zweier Ratsherren und zweier Schöffen von Magdeburg, die Vertreter der Stadt Halle waren, statt. Im nächsten Jahre geschieht seiner in einer am 22. März (1366) ausgestellten Urkunde1), in welcher Ritter Anno von Heimburg und sein Vetter Anno versprechen, 400 Mark Brandenburg. Silb., Magdeburg. Gew., wovon die Hälfte Hans von Wanzleben, Heinrich von Alsvensleben, Meinhardt von Schirstedt, Ritter, und Smol.der Jude ihnen als Bürgen des Erzbischofs von Magdeburg verbrieft haben, die andere Hälfte aber ihnen Burchard von der Asseburg schuldet, im Erzstift nutzbar anzulegen. Als am 11. Juni 1367 mehrere Grafen und Herren eine Sühne zwischen Erzbischof Dietrich und dem Edlen Hans von Hadmersleben, in welche auch die Stadt Magdeburg einbegriffen wird, errichteten, befand sich auch »Smol von Derneburg« mitten in der Reihe jener Vertreter adliger Geschlechter, ja sein Name ist zwischen Hanns von Neyndorff und Hannes von Hordorff verzeichnet2). In gleicher Weise wie bei Dietrich stand Samuel auch beim Erzbischof Peter in hoher Gunst, von dem er wofd besondere Privilegien erlangt hatte. Als dieser Kirchenfürst nämlich am 21. April 13723) die Magdeburger Juden in seinen Schutz nahm, wurde in dem Schutzbriefe ausdrücklich vermerkt, dass er »uzgenomen Smolen von Derneborch unsen juden und sine kindere«. Die letzten Ur- 1) Asseburger Urkundenbuch. II. Teil, S. 284 Nr. 1213. Gedr.: v. Mülverstedt, Cod. diplom. Alvensleb. II, 479 Nr. 9. 2) Hertel a. a. O. S. 312, Nr. 484. (Orig, im H. St. A. zu Dresden). 3) Ibid. I., S. 329, Nr. 518.