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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 4 · p. Seite 351

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 4
Article
Der Streit um den Moreh des Maimonides in der Gemeinde Posen um die Mitte des 16. Jahrh.
Date
1903-01-01
Page
Seite 351 (sequence 6)
Language
German
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Der Stroit um den Moreh dos Maimonidos in Posen, 351 natibus possessionibus et tenutis vestris commorantes ab eias disciplina et obedienefa legali non excipiatis, et quominus per iilum in spiritualibus coerceantur et puniantur, illos non deflendatis. Vobis eciam judcis nostris in terris Majoris Poionic et ducatu Mazovie eonsi8tentibu8 severe precipimns et mandamus, ut prefatum Sannielem doctorem pro doctoro seniore vestro habentes in hys, que legis sunt, hot? e8t in spiritualibua, obedieneiam debitam exhibeatis ab ejusquo jurisdicione legali vos nullomodo directe vel indirecte aut •quocunque quesito colore subtrahero audeatis pro gracia nostra. Harum, quibus sigillum nostrum est subappensum, testimonio literarum. Datum Craeovie feria tcrcia proxima ante festum 8. Laurencia martiris a. d. millesimo quingentcsimo vigesimo septimo, regni nostri anno vigesimo primo. Sigismundus rex mp. (Posen. Staatsarch. Lihri civium 153«S f. 32). Aus dieser Urkunde geht hervor, dass hier zum ersten Hai ein Rabbiner bei seiner Anstellung vom König bestätigt und dabei mit wichtigen Rechten und Befugnissen amtlich ausgestattet wurde. Denn der königliche Erlass heruft sich nicht, wie sonst zu geschehen pflegt, auf irgend ein vorhergehendes Privileg, sondern er will dem, was vorher nur Brauch und Gepflogenheit war, die gesetzliche Autorität gewähren, er will damit die den geistlichen Censuren und dem Bann schon zuvor durch Sitte und Gewöhnheit zuerkannte Gewalt staatlich sanctionieren. Auch der Rame und Begriff; des Rabbinates schwankt noch, es wird als senior atus seu judicatus legalis auf gefasst, und der Oberrabbiner als doctor senior in spiritualibus ac judex legalis bezeichnet. Samuel Margalioth, der Rabbiner aus Posen, wird also 1527 lebenslänglich als Oberrabbiner von Grosspolcn und Masovien vom König Sigismund I. bestätigt, dass er die Aufsicht über alles Geistliche bei den Juden führe. Er hat die unbeschränkte Befugniss, über jeden dem jüdischen Gesetz Zuwiderhandelnden Censuren oder den Bann zu verhängen. Wer sich aus dem Banne nicht innerhalb eines Monats löst, wird von ihm dem königlichen Gericht übergeben, um den Gebannten am Leben zu strafen und seine Güter für die königliche Kasse einziehen zu lassen. Der Oberrabbiner untersteht dabei keiner anderen Gerichtsbarkeit als nur dem König selbst. Als im Jahr 1551 eine Vaeanz im Oberrabbinat ein-

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