Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Memorbuch in Buttenwiesen
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 540 (sequence 1)
- Language
- German
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540 Das Memorbuch in Buttenwiesen. das jllfomorbuch in Buttenwiesen. Von Louis Lamm, Berlin. Während die Memorbücher der grossen Gemeinden häufig zu geschichtlichen Arbeiten herangezogen werden, finden diejenigen der kleinen verhaltnissmässig seltener Beachtung. Das ist sehr wohl erklärlich, wenn man bedenkt, dass einerseits die Abfassung der Memorbücher eine ziemlich gleichmässige ist — wodurch sich der gleiche Inhalt oft stereotyp wiederholt — und dass anderseits die Begebnisse in den Landgemeinden an und für sich ein geringeres geschiehtliches Interesse darbieten. Nichtsdestoweniger ist es immerhin wichtig genug, die Varianten auch dieser Gedächtnissbücher zu sammeln, zu sichten und zu bearbeiten. Dazu kommt, dass es höchste Zeit ist, mit der Sammlung zu beginnen, cla diese Denkmäler früherer Tage häufig infolge ihrer äusseren Beschaffenheit keineswegs als ״unvergänglich״ bezeichnet werden können. In ßücksicht darauf, sei es mir gestattet, das Memorbuch, welches sich im Besitze meiner Heimathsgemeinde B ut t e n wi e s e n in Bayern befindet, näher zu beschreiben und den Trümmern, die vom Zahn der Zeit noch verschont geblieben sind, einige Worte zu widmen. Das Memorbuch in Buttenwiesen bestand ursprünglich aus 26 Papier-Blättern, wovon noch 23 vorhanden sind. Die ersten drei Blätter scheinen schon vor langer Zeit abhanden gekommen zu sein.1) Der Text ist sehr schön und gleichmässig mit tiefschwarzer Tinte, die sich vorzüglich erhalten hat, in hebräischer Quadrat- und Currentschrift geschrieben. Letztere erinnert einigermassen an italienis che Manuscripte des 17. oder 18, Jahrhunderts. Anders verhält es sich mit einigen Nachträgen, welche auf 2 Seiten (5 und 5 a)5 die offenbar zu diesem Zwecke frei blieben, von etwas späterer Hand hinzugefügt sind. Ein Theil dieser Nachträge ist nur noch mit bewaffnetem Auge festzustellen, da die Tinte ganz verblasst ist. *) Bis vor etwa 30 Jahren bestand das Buch nur noch aus ein^elnen losen Blättern, welche dann auf Initiative meines Vaters, Herrn Max Lamm, von dessen Hand auch die Seitenzahlen heriühren —י die hö~ bräische, ursprüngliche Paginirung war theilweise unleserlich geworden. — mit einem Einbände versehen wurden. Die Buchbinderarbeit ist leider ziemlich ungeschickt ausgeführt, da ein Theil des Textes durch Verkleben verloren gegangen ist.