Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Losen im Tempel zu Jerusalem
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 7)
- Language
- German
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298 Das Losen. .(פייס) im Tempel zu Jerusalem. ist aber zugleich, auch clargethan, dass die V e rlosung voa Dienstgeschäften im Tempel, als deren Tiadenten wir ß. »Simon aus Mazpah kennen gelernt haben, nicht erst zur Zeit ß. ZadolCs ins Leben gerufen ward e1). Vielmehr ist die Zeit ihrer Entstehung aus den uns bis jetzt bekannt gewordenen Quellen nicht zu ermitteln. Ziehen wir aber auch den Umstand in Erwägung, dass die Entscheidung durch das Los im jüdischen Cultus seit uralter Zeit gang und gäbe war2), so dürfen wir uns keineswegs erlauben, die Einführung des Lösens (פייס) heim Cuitus im Tempel zu Jerusalem, wie dies in Tamid und Joma beschrieben wird, ohne zwingenden Grund in die letzte Zeit des Tempelbestandes zu setzen. Die Gelehrten von Caesarea. (רבנן דקיסרין) Ton Wilhelm Bacher. Der jerusalemische Talmud nennt sehr häufig als Urheber von Aussprüchen and als Gewährsmänner von Traditionen die ״Gelehrten von Caesarea“ <רבנן דהיסרץ); denn im Lehrhause von Tiberias, aus dessen Vorträgen imdDiscussionender palästinensische Talmud hervorgegangen ist, wurde Vieles, was im Lehrhause von Caesarea gelehrt wurde, ohne Nennung der einzelnen Gesetzeslehrer, mit jener zusammenfassenden Bezeichnung als aus Caesarea 1) Dadurch wird aber die AuthenticLtät unserer Baraitha, nach welcher die Enthebung der Asche yom Altar erst seit der Zeit B. Zadok’s nur durch das Los zuerkannt wurde, gar nicht in Abrede gestellt, da — wie wir gesehen haben — die Autorschaft unseres B-, Simon bloss für die Berichte über das zweite u. dritte, aber nicht über das erste Losen gesichert ist; und es ist anzunehmen,. dass der Schlusssatz der Mischna in Tamid, wo auch von der Verlosung der Altarreinigung berichtet wird, nicht von B, Simon herrühre, sondern ein späterer Zusatz sei, was übrigens in der Gemara (Tamid 28 a כאן קודם תקנה כאן לאהד תקנה) angedeutet ist. 2) Durch das Los wurde am Versöhnungstage entschieden, weleher der beiden Böcke als Sündopfer dargebracht, und welcher nach der Wüste geschickt werden soll (Levit. 16, 17); nach I Chr. 25, 8 wurden die Aemter der Priester und Leviten schon unter Da7id nach dem Lose vertheilt; ferner wurde zur Zeit Nehemia’s über die Holzspende gelost (Behem. 10, 35).