Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Prager Notizen zur Biographie Zacharias Frankels
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 5)
- Language
- German
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Prager Notizen zur Biographie Zacharias Frankels, 217 Braut: Rachel1), Tochter des Emanuel Mayer aus Teplitz, Copulant: Samuel Landau2). II. Im Jahre 1832 (20. März) wurde Zacharias Frankel3) zum Leitmeiitzcr Kreisrabbiuer (und Teplitzer Localrabbiner) ernannt. ״Ernaunt“ und nicht: ״gewählt“; denn die Kreisrabbiner wurden vom Landesgubernium in Prag, der höchsten landesfürstlichen Behörde Böhmens, direct ernannt, ohne dass die Judengemeinden des ihm untergestellten Kreises auf die Ernennung irgend einen nennenswerthen Einfluss gehabt hätten. Die Kreisrabbiuer waren damals ein behördliches Organ zur Beaufsichtigung der Juden und daher bei diesen ebenso wenig beliebt wie etwa die Kronrabbiner es heute in Russland sind. Die Theilbeträge zum behördlich normierten Gehalte der Kreisrabbiner mussten sogar nicht selten selbst von vermögenden Juden durch Zwangsvollstreckung und strafweise Soldateneinquartierung executiv eingezogen werden. Zu den Kreisrabbinern diese r Art gehörte nun allerdings der stets milde, selbstlose und ideal angelegte Zacharias Frankel nicht; nnd als eine rühmliche Ausnahme erkannten ihn selbst die in ihrer Bildung nicht auf allzuhohem Niveau stehenden böhmischen Juden der damaligen Zeit an. Aber nichts destoweniger hatte Z. Frankel nicht nur vor seiner Ernennung im Agitationskampfe der sich bei der Regierung für ihren Candidaten verwendenden Parteien, sondern auch nach seiner Ernennung im leidenschaftliehen Kampfe der Parteien gegen die von ihm eingeführten 13 Im bürgerlichen Leben wurde sie Rosa genannt. 2) Sohn des berühmten Prager Oberrabbiners Ezechiel Landau (.נודע ביהודד). Dieser konnte es sich, wie Maybaum (aus dem Leben Leop. Zunz, S. 37) berichtet, in der Trauungsrede nicht versagen, den Bräutigam vor Neuerungen und vor dem Umgänge mit Neuereren zu warnen. 3) In den Acten wird er, obwohl er bereits am 5. November 1880 die Piomotions-Prüfung an der Universität in Pesth abgelegt hatte, nicht als Phil. Dr. bezeichnet. Charakteristisch ist, dass er am 20. März in den Acten noch ״Jude“ Zacharias Frankel, am 27. März aber schon ״Leitmeiitzer Kreisrabbiner“ Zacharias Frankel genannt wird.