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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 203

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Die Familie Frankel
Date
1901-01-01
Page
Seite 203 (sequence 11)
Language
German
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Die Familie Frankel. 203 Sachwaltern, deren die Juden bis an die Schwelle der •jSTouzeit nicht entbehren konnten. Als Erbe der Reichthümer seiner Vorfahren, kam er durch die Art und den Umfang seiner Geschäfte in tägliche Berührung mit den Grossen des Landes und gewann dadurch eine Weite des Gesichtskreises, eine Sicherheit des Auftretens und eine Kenntniss der Landesgesetze, die ihn hoch erhob über die grosse Masse seiner unter schwerem Druck seufzenden Glaubensbrüder. Ganz von selbst wurde er dadurch ihr Fürsprecher und Anwalt in allen wichtigen Angelegenheiten, auf dessen Redlichkeit und Opferfreudigkeit sie bauen mussten und in den allermeisten Fällen auch mit Sicherheit bauen konnten. Leicht stellte sich dann aber auch von selbst ein gewisser Grad von Selbstbewusstsein ein, das sich hin und wieder unliebsam bemerkbar machte und manche böse Leidenschaft in den Herzen der Gekränkten erweckte. Länger als zwei Jahrzehnte war er Primator der Prager Gemeinde. Selbst die Tadler seines Ehrgeizes und seiner Prunksucht bestritten nicht, dass er mit offenen Händen den Armen spendete und sich bleibende Verdienste um die Verbreitung und Hebung des niederen und höheren Unterrichtes erwarb. Und Alle erkannten willig die Klugheit und Gewandtheit, die Umsicht und Unerschrockenheit an, mit der er in den höseu Jahren schweren .Drangsais nach dem Regierangsantritt Maria Theresias die Interessen der Gesammtheit zu vertreten verstanden hat* 1 *). Den schwerster! Schlag, der damals wie ein Blitz aus heiterem Himmel seine Glaubensbriider traf, als Maria Theresia ihre sofortige schonungslose *Austreibung aus Böhmen anbefahl, überlebte er nicht lange. Ein plötzlicher Tod raffte ihn am 9. Januar 1745 dahin, nachdem er noch einige Tage vorher*) an erster Stelle fahren wir ferner, dass K. B a r m a n 11י s Vater am So [12. Cheschwan 452 =] 4. N0־vb1\ 1691 und seine zweite Frau B 11 n 1 e (Nr. 117, vgl. FG. 402) am [23. Nissan 496 ='| 4. April 1736 gestorben ist. Auch erhalten wir noch folgende Nachrichten über seine Söhne und Töchter: 1. Am [24. Kislew 483 =] 8. Beceniber 1722 starb Tr ei nie Sara Eliseheba (Nr. 110), 2, am Sd [19. Siwan 498 =) 7. Juni 1738 starb Abraham (Nr. 118); 3. am 1)0 [14. Siwan 506 =] 2. Juni 1746 st. Secharjah (Nr. 123): 4. am [14. Ab 511 —] 5. August 1751 st. Isaak Seckel (Nr. 131): 5. am [22. Adar 515 =] 5, März 1755 st. Jacob (Nr. 136). ף Vgl. Podiebrad-Foges 3 * * * * 8, S. 80—91 u. 150. 2) Vielleicht ist in der von Krengel in der MS. Jahrg. 44 (1900), 8. 201 mitgetlieilten Urkunde der 1. December nur ein Schreibfehler lür den 31״.“ December.

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