Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
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186 Besprechungen. Das Manuscript, das dem Herausgeber vorlag, ist Etgentlium der isral.-theol. Lehranstalt in Wien und enthält die arabische Uebersetzung von Levitieus 5,11 bis Deuteronomium 28, S8 in hebräischen Schrift- Zeichen. Dr. H. edirte den Text aber sonderbarer Weise bloss bis Ende Numeri, obgleich er auch den Best kritisch. bearbeitete. Der Codex ist Leine Abschrift, sondern Original, und die Uebersetzung wurde direct nach dem hebr. Text gearbeitet, Die vielen Einschaltungen — in der Edition durch eckige Klammern bezeichnet — sind sämmtlich der Saadiani’schen Uebersetzung entnommen und bieten somit einen Beitrag zur Textkritik der letzteren. Aber auch die Uebersetzung selbst weist viele Stellen auf, die mit der Saadia’s in auffallender Weise übereinstimmen. Den Namen des Verfassers, den Ort und die Zeit der Abfassung dieser Uebers. konnte H. wegen ״der fragmentarischen Beschaffenheit des Codex“ nicht ausfindig machen, jedoch spricht er die Vermuthung aus, dass dieselbe im 11. oder 12. Jahrhundert im Orient angefertigt worden ist. T hat sächlich ist die Sprache dieses Eragments den anderen Erzeugnissen der jüdisch-arabischen Litteratur jener Zeit ähnlieh. Durch einige» karäisch. scheinende Stellen sowohl, als auch durch einen am Bande einer Seite in allerdings von dem Codex abweieilenden Schriftzügen enthaltenen Namen (גדליה פירוו! einer karäisehen Gelehrtenfamilie angeregt, sucht H. (SS. V—IX) mit grossem Eleissaufwand nncl nicht minderem Geschick nachzuweisen, dass der Verfasser kein Karäer war, sondern dem traditionellen Judenthüm angehörte, wälirend er jene verdächtigen Stellen ״der Tendenz der strengsten Wortlichkeit“ zuschreibt und den Namen für den eines Eigenthümers, nicht aber des Verfassers, dieses Codex erklärt. Interessant ist die Zusammenstellung* (SS. X—XI) mehrerer auf Grund der Uebersetzung sich ergebender Varianten des hebr. Textes, der dem Verfasser vorlag. Einige Beispiele mögen hier folgen : Lev. 11,2 u. 15,2 דבר für הרון 14,12;דברו c= אהרן) für בי קדש הוא 21,7;אתם לאלהיו übersetzt durch אגהם מקדמין לרבהם; Num. 8,10 בני אהרן für בני אללה 22,2; ישראל für בני עמון 25,5י; ישראל für בני עמו. Jedoch dürfte Num. 26.38 לחגלה ומלכה für הכלה מלכה (in Hinblick auf ib. 27,1 והגלה ומלכד.; das samaritanisehe Targum hat übrigens auch hier 3חגלה מלכה nicht als eine Variante, sondern vielmehr als ein Versehen des Uebersetzers zu betrachten sein. Zu den ״freieren Uebersetzungen“ (SS. XXVII—XXX) zählt H. auflallender Weise auch נצת für האזין (Deut. 1,45), obgleich נצת nicht nur ״schweigen“, sondern auch ״sich bemühen, um genau zu hören“ hedeutet. «אלשהאדר für העלות ist durchaus keine ״mangelhafte Ueber־ setzung״ und wird auch in anderen arab. Bibel-Uebersetzungen nicht selten so gebraucht. Uebrigens findet sich dieselbe nicht nur in der vom Herg. angegebenen Stelle (Lev. 16,3), sondern überall, wo הערות vörkommt (Vgl. Lev. 24,3; Num. 1,50,53 u. s. w.) Das alphabetisch. geordnete, kurze Glossar am Schlüsse der Eia־ leitung (S. XXX—XXXVII) wäre für die Arbeit von grösserem Werth, wenn der Herg. auf die Seltenheit des einen oder des anderen Wortes in der arab. Litteratur aufmerksam gemacht hätte. So finden sich, um bloss zwei Beispiele heraus zugreifen, אביב — פריך und אביון צעיך nur bei Dozy. Das Verzeichnis der Druckfehler auf. der letzten Seite der Einleitung laset viel zu wünschen übrig. Breslau. Dr. Moses Eried,