Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Verfasser des Gedichtes "Hagbaha" war nicht Gabr. Riesser [Nachricht] / Norden, J.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 1)
- Language
- German
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Notiz. 188 Notiz. Der Verfasser des Gedichtes ״Hagbaha“ war nicht Gabr. Riessei*. In dem zweiten der von Herrn Dr. Elbogen im vorigen (44.) Jahrg. dieser Zeitschrift, S. 546, veröffentlichten beiden Briefe Luzzattos spricht Letzterer von seiner hebräischen Uebertragung des Gedichtes Hagbaha, das sich in dem deutschen Urtext zuerst in der von Gabriel Riesser herausgegebenen Zeitschrift ״Der Jude“ (Jahrgang 1832, Nr 14) findet und seitdem sehr häufig gedruckt worden ist. Luzzatto nennt Riesser selbst als den Verfasser; aimh sonst wird es gemeinhin Riesser zugeschrieben, und Elbogen giebt (S. 546) gleichfalls Riesser als Verfasser an. Dagegen bemerkt Wittkower in seiner Agudath Perachim in einer Anmerkung zu dem oben genannten Gedichte, das auch er in das Hebräisehe übertragen hat: ״Der Tradition nach soll dieses Gedicht Herrn Dr. G. Riesser zum Verfasser haben. Diese Annahme wird aber von dem Herrn Dr. M, Isler, Stadtbibliothekar in Hamb arg, der s. Z. dio von Herrn Dr. Riesser herausgegebene Zeitschrift ״Der Jude״ mitredigirt hat (worin die Hagbaha zuerst ohne Namen des Verfassers erschien) bestritten und als Autor des Gedichtes von ihm in bestimmter Weise Herr M. M. [Mose b. Meir] Haarbleicher, d. Z. Sekretär der israelitischen Gemeinde zu Hamburg [gest. 25. September 1869] bezeichnet. (A. a. 0. S. 108). Es liegt kein Grund vor, diese bestimmte Angabe Islers, des verdienstvollen Herausgebers von Riesser’s Schriften, in Zweifel zu ziehen. Eerner hat bereits zu Riesser׳ s Lebzeiten im Jahre 1855 L. A. Frankl in seinem poetischen Familienbuch ״Libanon“ (S. 94) das Gedicht unter dem Namen Haarbleichers drucken lassen. ועל פי שני עדים יקום דבר. Myslowitz. Dr. J. Norden1). Besprechungen. Saadia AI-Fajumis arabische PsaJmenübersetzung und Commenfcar (Ps. 50—72). Nach einer Münchener und einer Berliner Handschrift, herausgegeben, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. S. Baron. Berlin, 1900. M. Poppelauer, 88 SS. und XXIX. SS. hebr.-arab. Texu. Die vorliegende Schrift will das trotz der Pariser Saadiagesellschaft wohl noch auf geraume Zeit hinaus von der Erfüllung seür entfernte pium desiderium nach der Gesammtausgabe von Saadia’s Psalmencomment-ar durch Darbietung eines Teiles einigermassen befriedigen. Wie übrigens der Verfasser p. 7 und dem Recensenten noch brieflich berichtet, haben wir in der allernächsten Zeit die Bearbeitung der Capp. 21—41; 74—89,90—106 u. 107 bis Ende von einigen jungen Theologen zu erwarten, so dass, mit Hinzurechnung von Margulies’s Ausgabe der ersten 20 Capp. (Breslau 1884) und Hofmanns Edition der korachitischen Psalmen (im Programm des königl. Württemberg. Gymn. zu Ebingen, 1891), uns dieses Werk des grossen Gaon bald ganz zugänglich wird. Die Schrift Barons bietet in einer Einleitung, p. 5—15, einige Bemerkungen über den vorliegenden Comm., wie über die vom Herausgeber benutzten Handschriften, wobei der Verf., p. 9, die Ansiebt Ewald’s, 0 Wir haben die ״Hagbaha“ aU Kinder in der Schule unter dem Namen Haarbleichers deklamirt־. w J. Löw.