Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Kinder des Hildesheimer Rabbiners Samuel Hameln
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 5)
- Language
- German
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370 I)ie Kinder des Hildesheimer Rabbiners Samuel Hameln. für welchen er Lieferungsgeschäfte übernommen hatte ף, ein ״Memorial!“, weil yom ״Capitull vfm berge Leder in Zuschlagk gelegt imd nicht abgefolget“ * 2) worden, das ihm (N.) und seinem Compagnon Moses gehörte, worauf an demselben Tage im Auftrage des Landesfürsten an das Moritzberger Capitel ein Schreiben erging behufs Freilassung des arrestierten Leders; das ״־bey dem Juden Moyses auff dasigem Bergflecken niedergelegt von Lübeck und Hamburg überkommen“ war3). Als am Simchat-Thora - (Gesetzesfreuden ־ ) feste 1694 in der Hildesheimer ״Judenschule“ zur abendlichen Feier ״Schweriner vnd raqueten4)“ angezündet wurden und einige ״mit nüssen zu werffen sich unterstanden“, gerieten ini Tempel Alexander Moses und Nathan Süssel in einen Wortwechsel, der zu einem ״Tumult“ ausartete. Durch das, von einer mit der Untersuchung dieser Angelegenheit betrauten fürstbisch. Spezialcommission am 10. Sept. 1695 gefällte Urtheil5) wurde Alexander Moses als ״auctor rixae“ bezeichnet, so dass sich Nathan Süssel ״bedancket vor wollabgesproebener Urtheil.“ Im Jahre 1697 6) (15. Aug. stylo veteri) wurde Nathan Süssel, der ״seiner Handelschafft halben“ nach Braunschweig zum Besuche der dortigen Messe reisen wollte, ״auf offener Heer-Strassen“ zu Bettmar (bei Hildesh.) verhaftet und dem Amtshause zu Steuerwald zugeführt. Diese Arretirung erfolgte, wie aus einem Berichte, den ״Bürgermeister und Eaht der Alten- und Neuen Stadt Hildesheim“ dem Kaiserlichen Kammergerichte zu Wetzlar unterbreitete, hervorgeht, ״aus keiner r) Staatsarchiv' 'zu Hannover, a. a. 0., Nr. 2, fol. 66 b erklärt Nathan Oohen’s Frau, ״ ־ihr Man wehre .... anfänglich dahier (in Hildesh.) bey dem abgelebten (fol. 67 a) Fürsten Jod. Edmund Hochstsecl. andenkenss Lieferant“. а) Staatsarchiv a. a. 0. fol. 19׳f. 3) Ibid. fol. 18. 4) Archiv der Stadt Hildesheini, Abt. LXXXIV, Nr. 28: Acta betr. den Tumult in der Judenschule am Laubliüttenfeste, 1635, s. Anhang II, 1 u. 2. Hinsichtlich der damaligen Sitte ״ain Simchath Thora in der Synagoge mit Pulver zu schiessen und Raketen aufzuwerfen“ vgl. die Abhandlung ״Trachten u. Sitten. Aus den Gemeindeverordnungen der Dreigemeindcn Hamburg -־- Altona — Wandsbek vom Jahre 1726“ in den Mittheilungen der Gesellschaft für jüd. Volkskunde, III, (Hamburg 1898־) S. 29. 5) S. Anhang II, 3. Im Staatsarchiv a. a. 0. Nr. 7, fol. 5 wird ״Nathan Syssel“ erwähnt in einem Actenstücke, ״Copia Bescheidts“, dd. Hildesheimb., d. 19. X bris 1694. б) S. über diese Verhaftung Assertio libert., Num. XLU S. 206f.