Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Urkundliches Material zur Geschichte der Egerer Judengemeinde
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 1)
- Language
- German
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Urkundliches Material zm־ Geschichte der Egerer Juden gemeinde. 845 Urkundliches Material zur Geschichte der herausgegeben von Dr. Jakob Simon, k. k. Professor. (Schluss von Seite 319). Anmerkung zu Urkunde 16: Unter den Juden, welchebeim Judenmorde (I350)entko1nmen waren, befand sich auch der hier erwähnte ״Mayer“. Schon am 6. Februar 1351 verbriefte ihm Heinrich d. j., Vogt von Weida, sicheres Geleite in seine Heimat Egcr von Hof aus (Gradl, S. 202). Dass bald nach dem Judenmorde wieder Juden aufgenommen wurden, erhellt auch aus einer Bestimmung des Stadtgesetzbuches vom Jahre 1352. Sie lautet: ,.Es scliol auch chein Jude hier zw Eg empfangen werten, ez gescheh denn in offen! rat vor dem Bürgermeister vnd vor den vom rat, vnd schule allezeit der Bürgermeister vnd die vom rat die vir Meister der Juden besenden vor derselbe Jude zu Jude empfangen werde, vnd sich an denselben vir Maistern der Juden ervaren, ob derselbe Jude dar Stat fügsam sei oder nicht“. Es fungierten also schon 2 Jahre nach der traurigen Katastrophe 4 Judenmeister (Rcichl, S. 148, Pröckl, Eger u. das Egerland, 2. Auflage, S. 621). Jener Mayer besitzt im Jahre 1360 ein Haus und einigt sich mit Enderl (Andreas) Schönbacher über den Ablauf des Wassers aus seinem Haus und Hof. 17). 1390. 19. Jänner. No. 207. Im Jahre 1390 wurde ein Rechtsstreit der Egerer Juden mit dein Burggrafen Friedrich zu Nürnberg, Herrn von Wunsiedel, beigelegt. Der Jude Feinl von Weissenburg, wohnhaft zu Eger, und seine ״Gesellschaft“ (= andere Juden), hatten den Bürgern Wunsiedls vor mehreren Jahren auf 2 Schuldbriefe 1600 Pfd. Heller geliehen. Infolge eines Streites über die ״Gesuche“ (=■ Zinsen) liess der Richter von Eger im Bezirke Wunsiedel den Bürger Dobreiner pfänden und ihm die Habe wegnehmen. Auf Klagen dieses Bürgers schritt der Burggraf Friedrich ein u. wandte sich an Hinzik von der Duba, obersten Schenken Böhmens, und Boriwoj von Swinaf, kgl. Pfleger in Bayern. Diese urtheilten als Schiedsrichter: Burggraf Friedrich habe zu Pfingsten den genannten Egerer Juden, an Hauptgut und Zinsen 2610 Pfd. Heller zu zahlen, hingegen entfalle die vom Egerer Richter für die Juden vorgenommene Pfändung der Habe Dobreiners. Auf diese Geschichte geht wohl auch der unter No. 5 oben erwähnte Brief Wenzels zurück (Gradl, S. 272). Wir Fridricli von gotis gnaden Burggrafe zu Nuremberg Bekennen für vns vnd vnser Erben offenliclm mit disem brife, daz wir aller zweynuge1), die wir biz vff disen hewfcigen tag l) Zwiespalte.