Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Urkundliches Material zur Geschichte der Egerer Judengemeinde
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
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Urkundliches Material zur Geschichte der Egerer Jiidengenmimic. 801 indictione tertia xv. Kal. Junii Kegnorum nostrorum Anno (juarto. Orig, auf Pergam.; grosses Siegel an roth-grüner Seiden■־ schnür. A tergo: Karolus rex daz der Stat ist vergeben daz die Juden czu Eger wurden geschlagen. o) 1304, () Nov. Karl IV. Nr. 101. Wenn schon im Jahre 1364 clie Juden von Albrecht Nothhaft, dem ״Landvogt von Eger", Synagoge, Schule und Seelhol‘ einlösten, so spricht dies dafür, dass in verhältnismässig kurzer Zeit nach dem Judenmorde wieder eine recht stattliche Judengemeinde zu Eger bestand. Dass nicht alle Juden — wie es in der Chronik heisst — ermordet wurden, erhellt aus der gleichzeitigen IJeberlieferung, dass ein Jude, namens Maier, davon kam. Ygl. über diesen Maier das weiter unten Gesagte. Ferner ist ein noch heute erhaltener Grabstein der Jüdin Keile erhalten, die am 1. April 1353 starb (vgl. den Text der Inschrift hei Keichl a. a. 0. S. 99.) Auch die Jüdin Hanna besitzt im Jahre 1858 dasselbe Haus, das sie bereits 1347 besass (vgl. Gradl a. a. 0. S. 202). So kehrten nach und nach die Flüchtlinge wieder zurück und lösten die ״Judenschule wie den Judcnfreithof“ von dem Adeligen Nothhaft aus. Diese vollzogene Auslösung bestätigt Kaiser Karl in der Urkunde vom 6. Nov. 1364 den Juden für sich und ihre Nachkommen. Doch dauerte dieser ungestörte Besitz nur bis 1430 (vgL auch Drivok, G eschichte der deutschen Reichsstadt Eger, Leipzig 1875, Schäfer, S. 166). Wir Karl von gots gnaden Romisclier heiser zu allen czeiten merer des Reichs vnd kunig zu Belieiin bekennen uffentlicli an diesem Briefe vnd tun kund allen Leuten die zu sehen odir hören lesen wan die Juden in vnser stad zu Eger die Judenschole vnd den Judenfrithoff von den Edlen albrecht Nothaft von Dirstein [Thierstein] gentzlick vnd zumale geloset han also daz nyman mit der Judenschole vnd vrme frithofe zu dune hat Dan die Juden alleine | davon hau wir mit wolbedachtem Mute mit rechter wisse vnd von vnsser kunigiieher macht zu Belieim denselben Juden zu Eger vre Juden schole vnd fritkoff bestediget vnd confirmiret vnd bestedigen vnd confirmiren yn die gnedegliche mit craft Ditz briefes vnd wollen daz die vorgenannten Juden dis itzund zu Eger sint odir in künftigen czieten darin körnen die ■ vorgenannte Juden schole vnd fritkoff eweclichen besitzen vnd haben sullen in allem dem rechte vnd in aller friheit als sie die von alders besezzin vnd gehebet han | darumb gebieten wir allen vnsern vndertanen vnd getruwen besteclichen 1j bei 0 Gehört zu jeneu abgeleiteten Adjectiven, deren Anhängesilben unverständlich sind (vgl. Leist, Urkundenlehre, Leipzig 1882. Weber S. 111). —