Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 2)
- Language
- German
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480 Besprechungen. B, greift als einen Theil der apokalypt. Litton das bereits von Jollinok edierte Sei’er Elia (Bet-llamidr. III, (io—(58) heraus. Er prüft es und knüpft seine Bemerkungen an den, nach Ms. München cod. liebr. Ko. 222 kritisch edierten Text, der corroeter ist, als die ed. Salonichi (1743) wonach I. herausgab. ln den grammatischen Koten zum Originaltext macht B. auf linguistische Kigenthümlioh'koite n aufmerksam, die nun freilich nicht gerade nur diesem Texte eigen ist. Das indeterminierte קץ ist biblisch, ebenso wie der Superlative Gebrauch von מעט* Es bann auch nicht aufiailen, dass das Denkmal mehrfach nur Versa 11 fange citiort, wenngleich erst die zweite Hälfte der angezogenen Stelle gemeint ist. Das ist im Tahm u. Midr. gar häufig; manchmal ist sogar erst der nächstfolgende Vers derjenige, welcher an der hetr. Stelle gebraucht; worden muss. Unter den Kamen der Ortschaften (S. 40 ff.) identiliciert B. בארוה mit Bireii, das die erste Station auf dem von ,Jerusalem nach Korden führenden Nablus-Wege bildet. Es ist aber gar nicht einzusehen, weshalb B. cs nicht mit Beirut identificiert. Diese Bleichung ist nämlich unbezweifelbar. So gut wie ־— צוף- Tyrus erwähnt ist., kann doch wohl das uralte Beirut genannt sein. In den Amarna-Texten kommt es als Birutu ~ Biruna oft vor u. wird auch ideogram nut als ,,Die Brunnen“ geschrieben. Beirut — 1 בארוהnämlich ,.die Brunnunstadt“. Die drei grossen l’hönikersladto: Tyrus, Beirut, Gcbal haben ihre Kamen in der Urform erhalten; י• צוף-- Fels, בארוה Brunnen, י“- 4צל- Hügel. Borg, (vgl. Wmckier Forsch. 1 300 amu. u. 43b). Au mehr als 20 vollständig sinnklaren Stellen kommt Birutu in den Amarnatafeln Vor, u. z. neben Gebal-Gubla, so dass nicht, der geringste Zweifel an der Idemilicirung ist• Vollkommen verfehlt ist die Untersuchung, die B. an den Messiasnamen יייץ knüpft. Im Texte heisst es nämlich: ויגון יעטו• Da. zwingt sich nun B. anstatt des aus Talmud, u. Midr. auch ihm. selbst sattsam bekannten Messiasnamens Jinnon wegen des ו einen neuen Kamen zu construiren und baut eine abenteuerliche Zusammenstellung mit Vohu-Mano auf. Das ו ist und bleibt ein unschuldiges ״und“. DerVerstheil יגון שטו ist bekanntlich dem Ps. 72 entnommen, der aneriamntermassen von messiani,schon Ideen durchtrilnkt ist; daher denn auch die midraschische Deutung des הון• Mit der Stelle Sauhedr. 98b lässt sich textkritisch schon deshalb nicht opeviren, weil sie reine Wortspiele bietet... Rabbi Sehilo sagt, Schiloh ist sein (des Messias) Kamen; ,lau na sagt Jinnon; Chanina sagt Chanina. Uebrigens ist es nicht ohne Interesse, zu sehen, dass die Initialen der vier überlieferten Messiasnamen: ׳ שילה, יכין, חגעאCPub akrostychisch משיח ergeben. Der Gebrauch von ישן für einen beliebig laugen!träum ist gemeinsemitisch. Der 13istorische Hintergrund und die Entsteh!m.gszeit des Sofer Elia, weldn־: B. ermittelt, haben Steinschneiders Bedenken erregt (Monatssehrift 1898, S. 108). Er sagt etwas ironisch: ״In ähnlicher Weise wollte mau kürzlich denn ״Buch Elia“ aus ״dem historischem Hintergründe“ oin hohes Alter vindicioren; unsere nouesto Kritik leidet an Altorschwächo“. Ich erlaube mir, mich dem hochverehrten Vorkritiker anzuadiliessou. I). Feuchtvvang. Unberechtigter Nachdruck aus dom Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für dio Kedaction verantwortlich: Dr. Branu in Breslau.