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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 4 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 178 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen. Pbilonis Alexandrini opera qnae snpersnnt. Edidermit L. Colin et P. Wendland. Vnl. I. Edidit Lcopoldns Cohn. Adjectu egt tabula phototyplea codicls Vindobonensls. Berlin. 189G. G. Keime r. (CX1V, 298 SS. Gr. H.\ Die Philoforschung hat in dem letzten Jahrzehnt einen neuen und bedeutenden Aufschwung’ genommen. Selbst in der kurzen Zeit, seitdem Leopold Colin 1892 in der ...Tewish Quaxterly Review״ sein•' treffliche Deberrieht über ..the Intest researclies <11׳ Philo of Alexandria״ gegeben hat, sind diese Pntorsuchnngon durch eine ganze Zahl von wichtigen und werthvullen neuen vermehrt, worden. Nunmehr ist auch der von all<־n Forschern sehnlichst gehegte Wunsch einer ordentlichen Philoaüsgabe endlich in Erfüllung gegangen. Die beiden bedeutendsten Philoforscher unserer Zeit, L. Colin und P. Wendlaml, haben mit der Verwirklichung ihres langjährigen Planes begonnen: in dem vorliegenden Werke giebt Cohn zunächst eine Neuausgabe der ersten Philosclirifton. denen sich hoffentlich recht bald die versprochene Fortsetzung durch Wendland anschlie88en wird. Das uneingeschränkte 1.0b. das ich bereits im ,,Litterarischcn Centralhlatt für Deutschland״ dem Oobn’schen Werk gezollt habe, kann ich hier nach erneuter Durchsicht; nur in vollkommenster Weise bekräftigen. Man darf ruhig behaupten, dass wir nunmehr zum ersten Mal eine brauchbare Philoausgabe besitzen, hinter der auch die Mangey’seho weit zurücksteht, dio nicht nur zu ihrer Zeit verdienstvoll war, sondern au*־h bis heute als die eiuzige kritische Gcsannntausgabe gelten durfte. Manger hatte den in Folge des schlechten Zustandes der Handschriften ohnedies schon grossen Spielraum für die subjektive Auswähl der Lesarten oft genug in willkürlichster Weise ausgenutzt, dazu noch den reichlich zusammengetragenen kritischen Apparat nur in nachlässiger Weise verwerthet, so dass der Text bald entstellt oder vorschlechtert, bald nur auf Grund eigener, allerdings oft sehr scharfsinniger Conjeeturcn hergestellt war. Zudem bietet die MangeyGch«' Ausgabe nur den gewählten Text, kein Variantenverzeiehniss. Alle dic-e Mängel und Schwierigkeiten hat Cohn in glücklichster Weise vermieden. Er giebt vor allen Dingen ein peinlich genaues Verzeichnis aller difforirenden Lesarten, dem noch dazu ein historisch und kritisch ausserordentlich werthvolles Parallclatellenvorzcichniss satzweise beigefügt ist. Der Text selbst ist auf Grund der besten Lesarten mit grösster Gewissenhaftigkeit hergestellt, Emendationen nur hei offenbar corrupten Stellen und in sicherster Form aufgenommen. Ueberall spricht aus der Textgeataltung jenes tiefe Eindringen in den phiionischen Geist und die. phiionische Sprache, das schon Mangcy’s Ruhm einst bildete, aber hier mit peinlich gewissenhafter Kritik sich eint; es bedarf keiner besseren Bürgschaft als dieser Eigenschaften dafür, dass wir rückhaltlos beim Textgebrauch uns der Führung deg gelehrten und fleissigen Herausgebers anvertrauen dürfen. Aber 08 ist nicht die Textausgabe allein, die dies gewiss nicht karg bemessene Lob beanspruchen darf; die Einleitung, die Cohn voraus-

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