Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 12 (September 1896)
- Article
- Geschichte und Annalen der Dyhernfurther Druckerei
- Date
- 1896-09-01
- Page
- Seite 565 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829682-2829695-2880190--27404-2880234- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Geschichte und Annalen der Dyhernfurther Druckerei. 565 Testament des Lissaer Parnes R. Israel b. Elieser1) mit den frommen Verfügungen, die er vor seiner üebersiedelung nach dem heiligen Lande seinen Kindern und Enkeln an’s Herz gelegt hatte. Die Herausgabe dieses Vermächtnisses besorgte pietätvoll seine Enkelin Mürel, R. Schabtais erste Frau2), mit der er bis an die Schwelle des Greisen alters in glücklicher Ehe lebte. Die neue Verordnung, die zu Beginn des Jahres 1702 in Kraft trat, liess nur zu Gunsten der mit Waaren eintreffenden polnischen Handels]aden einige Erleichterungen bestehen. Den inländischen Juden, insoweit sie sich nicht des Vorzuges erfreuten, in Glogau oder Zülz heimisch zu sein, machten sie den Handelsverkehr innerhalb der Mauern der ungastlichen Stadt nahezu unmöglich3). Nur der ausserordentlichen Verwendung des evangelischen Kircheninspectors Andreas Acoluth hatte es R, Schabtai zu verdanken, dass er nach wie vor nach Belieben ab- und zureisen konnte4)־ Als aber sein hochgestellter Gönner (4. Fov. 1704) gestorben war, ereilte auch ihn bald das Geschick seiner Glaubensbrüder. Seine Gesuche um fernere Duldung blieben unberücksichtigt. In einem Protokoll vom 20. Juli 1706 5) lesen wir kurz und bündig: ״Sabbatai expellen dus״. Gelang es ihm nicht den Beschluss rück־־ gängig zu machen — und wir ־wissen, nicht, dass es ihm gelungen sei ■— so durfte er nur noch zu Jahrmarkts Zeiten seine Bücher feil halten. Dazu kam noch manches andere Ungemach über den alternden Mann. Im Jahre 1708 wurde!) Betitelt ליטא, נדפם במצוות p״p צוואת ר׳ ישראל ב״ר אליעור ברכם האשה יל!רה מרת מירל שתי׳ אשת האלוף ר׳ שבתי בעל המרבים ככד כמ״ר ישראל הנ״ל S. K Buchers. XIV, 104. W. I. 1312. St. C. ß. 5457. OS. 42 צ Vgl. Jew. Quarterley Key. III, 284. 2) Ausser einem.Sohne Joseph, von welchem sofort ausführlich die Bede sein wird, gebar sie ihm am 27. Decbr. 1676 noch eine Tochter. Ihren Geburtstag־ notirte der Vater auf den Deckel des Autographs seines שפתי ישכים (jetzt cod. 316 d. Hamburger Stadtbibliothek, vgl. Steinsebn., Catal. d. Hamburger Handschr., S. 147 f 11. oben S. 470 f.) mit den Worten בתי חיי׳ כולדה למ״ט במוצאי שבת פ׳ שמית שהיא ליל;א׳ וארא ך״ב מבת תל "ז. 3) Vgl. meine Geschichte des Landrabbinats in Schlesien, S. 15 ff. 4) W. in, 1005. 5) Staatsarchiv B. Breslau II 26 h h 7. — Schon 1697 war es ihm übrigens ähnlich ergangen. Damals waren am 9. December zwei christliche Buchbinder, die er beschäftigte, für ihr! eingekommen, ,,haben aber mehr nicht alss 8 Tage erhalten, alss er noch solte hier verbleiben“ (Stadt״ archiv Klose NNN. 466). Dass er später nicht belästigt wurde, hatte er der im Text erwähnten ״hohen Beeommandation“ za verdanken.