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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1896-06-01 · Heft 9 (Juni 1896) · p. Seite 424

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 9 (Juni 1896)
Article
Handschriftliches aus der Hamburger Stadtbibliothek
Date
1896-06-01
Page
Seite 424 (sequence 3)
Language
German
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424 Handschriftliches aus der Hamburger Stadtbibliotkek. Johann Daniel: Lieber Freund, das ich dieses gethan, liatt mich nicht zeitlieber Ehr’ und dieser vergenglichen Welt gelt und gutt auch irgent Ein andere nichtige Ursach’ sondern allein mein gewissen bewegt, welclies mich ermahnet, uff das Endte meines Lebens zu sehen und nach demselbigen die Seeligkeit zu bekommen . . . Nach dem gewöhnlichen Schriftbeweis für das Christentum zieht Joh. Dan. p. 215 sq. gegen den Wucher der Juden los. G. 217 Joh. Dan: Das möcht ich woll fragen, ob Euch in den Reichstagen nicht ufferlegt worden sey das ihr arbeiten solt, und Euch Redlicher, denn also ernehren, In Ansehung Ihr uff Euwer wucherische weis, die mehr dann uhnbillich uhnfreundlich, Jha Teuffelisch ist, ma[n]chen Christen uhnversens erschleicht und ins Verderben setzet, darüber viel bücher bissher geklagt und zweiffelsohn, noch mehr künfftig und öffentlich klagen werden. Jude: Was sagstu des Wuchers halber von uns Juden, weistu nicht, was die Christen selbst thun? Wir sindt Juden und tragen gelbe Ring an dem Mandel, die Christen aber ihre Ring an den Fingern? und wuchern Eben so wol alss wir: Jha wer weis, was du hinfort mit deinem gelt thun wirst?“ Joh. D : Solche Christen seien keine eigentlichen Christen, sondern mehr Juden ״nach dem Sprichwort Ein Judt das ist Dieb wie der andere.“ In Jerusalem sollten die Juden wuchern, nicht ״bey uns Christen“. Er giebt alsdann die Geschichte seiner Bekehrung p. 227 sq.: In Herrn Görg Egers Haus hab ich verschiedene Kerbstmes Ein Kammer umb einen Daler bestanden zu dem Endt, das ich daselbst mein gelt bey banden haben köndt, und dasselbig nicht viL aus d’Judengass schleppen dörfft“, um, wie er gesteht, bequemer Wucher zu treiben. Bald machte die Frömmigkeit seiner christlichen Hausgenossen sowie später der Besuch der Kirche tiefsten Eindruck auf ihn. Und als infolge der ״Kaysserlichen Citation nocher Meintz“ die Rabbiner einen Fasttag festgesetzt hatten, unserm Joh. Dan. ״aber die Zeit des Fastens zu lang werden wolt“, so geschah es, dass er ״den 6. Novemb. [1606] uff Einen Sonthge in Hn. Görg Egers Hauss ass“. Ein Pastor Nicodenms übernahm das Werk der Bekehrung des Joh. Dan., 24 Jahre alt, seines Weibes Brendle, seines Geschwisterkindes, mit dem er 8 Jahre verheirathet war und ihrer Kinder: Sara, Joseph und Siisskind. Marsdorf, der damalige kaiserliche Schultheis und die ganze Obrigkeit

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