Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 40 (1895-1896)
- Issue
- Heft 2 (November 1895)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1895-11-01
- Page
- Seite 96 (sequence 2)
- Language
- German
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96 Besprechung. Constantinopel, für dessen Druckjahr S. 7 u. 29 der Zeitraum zwischen 1512 u. 1517, auf dem Titelblatt hingegen einfach das Jahr 1512 angenommen wird. Auch die Venezianer Ausg. vom J. 1547 wurde berücksichtigt. Das Verfahren des Herrn Herausgebers ist aus seinen vielfachen Veröffentlichungen hinlänglich bekannt. Meinerseits ziehe ich die Art und Weise vor, wie sie beispielsweise im Grossen und Ganzen auch von Zuckermandel bei seiner Tosefta befolgt worden ist. Dadurch würde eine grosse Anzahl und namentlich der Umfang der Noten auf ein geringes Mass zusammenschrumpfen. Die häufigen Bemerkungen תלן5תי oder הוספתי, welche eine Combination (,סברא הנפשי) voraussetzen lassen, mit dem hinterher folgenden Zusatz . . . וכן הוא oder . . . כסו שהוא würden fortfallen. Augenscheinlich verschriebene Wörter der Hs. — wie dies in der Kote ausdrücklich zugestanden wird — brauchten nicht erst in den Text aufgenommen zu werden. Vgl. z. B. S. 41 Anm. 26, wonach die richtige LA. nicht allein aus den übrigen Vorlagen, sondern schon aus dem Inhalte sich ergiebt. Was sollen hier also unnöthiger Weise die runden und die eckigen Klammern? Indessen nehmen wir bei so vorzüglichen Leistungen die Eigen- Leiten des Herausgebers gern mit in den Kauf. Die Einleitung (iS. 9 bis 36) umfasst alles bezüglich des Buches Wissenswerthe, so weit es irgend geboten werden konnte, und lässt kaum Etwas zu wünschen übrig.. »Sie behandelt folgende Punkte: 1) Benennung des Buches (S. 9). Den Namen מדרש משלי hat als Titel die ed. princ.; der Aruch s. v. 3 נל!ד hat dafür הגדת משלי. Die Bezeichnung מדרש שוחר סוב, die allein dem Midrasch Tehillim zukommt, wird als irrige Auffassung zurückgewiesen. 2) Zeit und Ort der Abfassung und die Eorm des Buches (S. 9—11). Entgegen der Ansicht des verewigten Altmeisters Zunz (G. V. 268 der 1. Aufi.), dass unser Midrasch aus dem 11. Jahrhundert stamme, glaubt Hr. Buber, ihn in eine viel frühere Zeit zurückverlegen zu sollen, weil sich dessen Sparen bei älteren Autoren nachweisen lassen. Auch die freilich durch Ein Schiebung eines ״vielleicht“ vorsichtig eingeschränkte Annahme von Zunz (ebendas.), dass der Verfasser in Italien gelebt habe, will Hr. B. nicht gelten lassen; er bestimmt vielmehr Babylon als das Geburtsland des Midrasch. Die Bemerkung darf jedoch nicht unterdrückt werden, dass die Folgerung, welche Zunz für die Heimat des Midrasch Tehillim zieht, nicht den geringsten Bezug auf unsern Midrasch Mischle hat, hinsichtlich dessen er bJoss vermuthungsweise und beweislos seine Ansicht äussert. Die Darstellung des Hn. B., welche für den Midrasch Tehillim am Platze sein mochte, kommt aber für unsern Midrasch hier der Unterlegung einer nicht vorhandenen Begründung gleich. 3) Quellen, aus denen der Sammler geschöpft hat (S. 11—14). Sorgfältig werden alle Stellen zusammen getragen, welche irgend dem Sammelwerk zu Grunde lagen. Zurückgewiesen wird die Meinung, dass auch der Talmud Jeruschalmi darin vertreten sei. 4) Namen der vorkommenden Tannaim und Amoraim, alphabetisch geordnet mit vielen Anmm. (S. ■14—18). (Schluss folgt.) Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.