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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1895-11-01 · Heft 2 (November 1895) · p. Seite 95

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
40 (1895-1896)
Issue
Heft 2 (November 1895)
Article
Zu den Märtyrern von Berlin [Nachricht] / Rülf, Guttmann
Date
1895-11-01
Page
Seite 95 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Notiz. — Besprechung. 95 Notiz. Zu den Märtyrern ־von Berlin. Unter den Märtyrern des Berliner Autodafes von 1510 befinden sich zwei Siendaler Juden Marcus und Benedictus, die Professor Kaufmann in Berliners Magazin — Jalirg. 1891 Seite 50 und 51 — mit טחיבא p מרדביף und ברוך בן יששכר des. Martyrologiums — a. a. 0. Seite 52, No. 10 und 11 — identificiren zu dürfen glaubt. Diese Vermuthung trifft das Bichtige. Einige Urkunden1) im hiesigen Stadtarchive liefern dafür den Beweis. Marcus, in den Urkunden auch Marx und Markess genannt, war der Sohn des Akiba von Helmstedt und Benedictus dessen Schwager. Marcus wurde in Helmstedt geboren, zog mit seinem Vater Ende des 15. Jahrhunderts hierher und gehörte noch 1506 nebst Benedictus zur hiesigen Gemeinde. In diesem Jahre waren Akiba und seine Söhne Marcus und Abraham und Benedictus in einen Process verwickelt, der ihnen nicht mir 2/3 ihres Vermögens rauhte, sondern auch nach seiner Beendigung sie mit steter Gefahr für Leib und Leben bedrohte. Sie mussten zur Strafe wegen angeblichen Wuchers 5000 Gulden zahlen und in der Urfehde durch einen Schwur dem Eathe das Becht zuerkennen, sie gelänglich einzuziehen, wenn ihnen je nachgewiesen werden sollte, dass ihre Angabe unwahr, also mehr als 2500 Gulden in ihren Händen zurückgebliebeii seien. (Gedenkbuch IV, Seite 254 u. f.) Um der steten Gefahr, wieder in Anklagezustand versetzt zu werden, zu entgehen, siedelten Marcus und Benedictus nach Stendal über — zu ihrem Verderben und dem der gesammton hiesigen Gemeinde, denn Letztere wurde auf das Drängen des Kurfürsten Joachim der Theilnahme an der Hostien- Schändung für verdächtig erklärt und am 25. September 1510 aus der Stadt verwiesen. Braunschweig. Dr. Bülf, 1) Die in Frage kommenden Urkunden sind folgende: 1) Schatzung und Urfehde einiger Juden vom 28. März 1506, 2) Urfehde von 15 Brauns chweiger Juden, welche wegen Verdacht der Betheiligung an der Märkischen Hostienschändung gefänglich eingezogen waren, 25. Sept. 1510,?>) Urfehde dreier Juden, ebenfalls vom 25. Sept. 1510 und 4) Testament Bele’s, IVittwe des Benedictus (in Sack’s Sammlung, No. 287). Besprechungen. "מדרש משל, Sammlung aggadiselier Auslegungen] der Sprüche Salomonis. Herausgegeben . . . von Salomon Baber. Wilna, Boom, 1893. Gr. 80. 112 SS. In neuer Gewandung und grösstentheils in veränderter Gestalt erhalten wir den Midrasch Misch]e aus der Hand des ausgezeichneten Gelehrten, des emsigen und gründlichen Forschers, Herrn Salomon Buber. Massgebend war für die neue Ausgabe die Pariser Hs. 152 der National- Bibliothek; zur Vergleichung wurden hinzugezogen eine Hs. aus Born, cod. 44 und eine aus Parma eod. 616, sowie der Erstabdruck von

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