Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 521 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 521 hohes Alter dieses syntaktischen Gesetzes. Hieraus folgert nun der Verfasser überzeugend, dass אשר seinem Wesen nach eine Determination enthalten müsse; er sieht in ihm und den übrigen semitischen Relativ- Wörtern ursprüngliche Demonstrative; bei diesen ist ja das zugehörige Nomen stets ein bestimmtes. Gewisse Relativwörfcer wie הלזה. arabisch VT׳־ alladi zeigten diesen demonstrativen Ursprung auch noch in ihrem etymologischen Kerne deutlich. Demnach bedeutete z. B. האיש אשר אבחר בד ursprünglich: ,,Der Mann, jener, ich werde ihn erwählen.“ Damit stimmt überein, dass, wenn das Relativwort abhängig ist, es nicht vom Relativsatz aus regiert wird, sondern, soweit ein Casus noch erkennbar ist, in Apposition zu dem vorangehenden Substantiv9 im gleichen Casus wie dieses steht; dies ist bei dem Dual des arabischen alladi deutlich der Ball. Demnach ist auch in den Fällen, wo in Ermangelung eines vorangehenden Substantivs das Relativ selbst dessen Begriff einschliesst, dieses als Demonstrativ zu fassen, z. B. אגידה לכם את אשר יר!רא אתכם; t ־• ~ :־ ־•- ־ : י T T ־־ באחרות לדמים bedeutet: ״Ich will Euch Dasjenige mittheilen, es wird sich ereignen u. s. w.“ Für die Begründung dieser überzeugenden These hätte der Verfasser wohl zweckmässiger gehandelt, wenn er, statt die Besprechung von אשר voranzustellen, mehr sprachgeschichtlich verfahren wäre und von den nur noch in der Poesie als ehrwürdige Archaismen erhaltenen Relativen זר und .זך ansgegangen wäre. Während ש ,אשר assyr. sa nur nord־־ semitisch (Hehr., Phon., Moab., Assyr.) ist, sind die letztgenannten gemein — d. h. ursemitisch; denn dem hebräischen זו entspricht arabisch dialektisches du und steht das di von alla-di aram. di und das äthiop. za wurzelhaft sehr nahe. Dass diese aber gleichen Ursprungs wie die Demonstrative sind, bedarf keines Beweises, während der Ursprung von ש ,אשר nach wie vor dunkel und es wohl denkbar ist, dass diese, wenn sie auch ihrem eigenen Wesen nach nicht demonstrativer Bedeutung wären, doch den älteren ur semitischen Relativ Wörtern in der Behandlung naehgefolgt sein könnten. Verfasser erörtert weiter die Art, wie das im Relativsatz stehende rückbezügliche Pronomen (bei den Arabern rägic oder 'äüd genannt) gesetzt, bezw. wann es weggelassen wird, und die Fälle, in denen die Relativsätze als Genitiv hinter Wörtern des Orts und der Zeit stehen. Für diese Darlegungen sei auf die Abhandlung selbst verwiesen. Wir fügen nur noch einzelne Bemerkungen bei. Dass das N. pr. לי זהב das aram. Relativ לי enthalte und ,,die (Wüste) des Goldes“ bedeute (S 13.), ist dadurch ausgeschlossen, dass זהב nicht die aramäische Lautver» schiebungsform (ללב) aufweist. Dass phön. אש dem assyr. %a und aus diesem durch Ansatz eines ל, das dann zu ר geworden, אשר entstanden sei, ist eine unbeweisbare Aufstellung. — lm 2. Sam. 14, 2 ist das ,ול in באשה זה ימים רבים מתאבלת nicht das Reiativum zu באשה, sondern gehört als vorwärtsdeutendes Demonstrativ zum Zahlwort wie in זה עשרים שנה Gen. 31, 88. — Warum in Fällen wie עם־־זו גאלת ,הר־־וה קנתה die Relative im Genitiv stehen sollen (S. 48), ist schwer einzusehen. Diese kleinen Ausstellungen sollen den Werth der Gesammtabhandlung nicht beeinträchtigen, deren neuer Grundgedanke durchaus überzeugend ist. Berlin. J. Barth.