Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Promotion des Posener Arztes Dr. Moses Lima in Padua am 19. August 1639
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 477 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechung. 477 Arguentes fuere Exellentissimi Scarabitius in Philosophia — et Peregrinus in Medica — Proposuit casum excell. Presidens — Testis: Dominus Bemardus Munega Bidellus generalis Universitatis Testis: Dominus Antonius Perla Bidellus specialis Universitatis Qui ante Petrus Menius Rotaries et Cancellarius — Besprechung. Gustav Dalinan, Grammatik des jüdisch-palästinischen Aramäisch nach den Idiomen des palästinischen Talmud und Midrasch, des Onkelostargum (Cod. Socini 84) nnd der jerusalemischen Targume zum Pentateuch. Leipzig 1894. J. C. Hinrieks’sche Buchhandlung. VII und 348 SS. 80. 12 Mk, Eine erneute grammatische Darstellung des targumischen Aramäisch ist seit längerer Zeit ein dringendes Bediixfniss nnd zugleich seit der Publication targumischer Texte mit assyrisch-babylonischer Vocalisation eine lohnende Aufgabe geworden. Der Verfasser des vorliegenden Werkes hat sich aber eine umfassendere Aufgabe gestellt; er giebt ein grammatisches System aller auf palästinischem Boden heimischen, in Schriftwerken etwa bis zum 7. Jahrhundert vertretenen jüdisch-aramäischen Idiome. Der Fleiss und die Gründlichkeit, die er auf dieses weite z. Th. äusserst schwierige Sprachmaterial verwandt hat, verdient uneingeschränktes Lob. Der zum ersten Mal gewagte Versuch, die Sprache des jerusalemischen Talmuds einer Bearbeitung zu unterziehen, wird in Anbetracht seiner besonderen Schwierigkeit dem lebhaftesten Interesse begegnen, während freilich die unzuverlässige Textüberlieferung auch wieder Bedenken weckt und den Leser bei allen irgendwie selteneren Formen an der Richtigkeit der Textgrundlage zweifeln lässt. Ausser diesen sehwer zugänglichen aramäischen Schriftwerken hat der Verfasser für seine orientirende Einleitnng auch die gaonäische und die moderne hebräisch geschriebene isagogiseke Literatur gewissenhaft benutzt. Dass unter diesen Umständen ein für den Forscher werthvolles sprachliches Material gesammelt nnd geordnet vorliegt, gibt dem Werke einen dauernden Werth. Es darf aber, auch nicht verschwiegen werden, dass gerade in der umfassenden Themastellung dem Referenten auch das Hauptgehrechen des Buches zu liegen scheint. Die hier zusammen behandelten Dialekte bilden keine grammatische Einheit und lassen sich nicht zum Mutzen für die Sache, ohne Beeinträchtigung der Klarheit nnd Durchsichtigkeit, gemeinsam dar stellen. Zwei Dialekte, die, um nur ein Beispiel herauszugreifen, in der Conjugation des Peal fast in allen innerhalb des Aramäischen differenten Punkten auseinandergehen, wie der des Onkelos einer-, der sogenannten jerusalemisch-aramäischen Texte andererseits (in der 3. Pers. Plur. masc. und fern., sowie der 1. Pers. Plur. des Perf., in der Behandlung des Vokals des Imperativs und dessen 2. Pers. fern. Sg. und 2. Pers. Plur., in der Bildung des Infinitivs) lassen sich nicht mit Mutzen unter einen grammatischen Hut bringen. Dass beide Idiome palästinischen Ursprungs sind, rechtfertigt ebensowenig eine