Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 39 (1894-1895)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Bibliographische Übersicht über die im Jahre 1893 erschienenen Einzelschriften [Nachricht]
- Date
- 1895-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 3)
- Language
- German
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Bibliographische Uebersicht, 287 beitetem Material. Viele neue Aufschlüsse bieten sogleich die in § 1 besprochenen Metathesen, obwohl sich hie und da Manches einwenden liesse. Die Liste ist mit den angeführten natürlich noch lange nicht erschöpft. Man kann ,vielleicht hebr. מצח ,,Stirn“, das Gesenius mit arab. פצח und aram. צמח vergleicht, eher mit arab. ״ מחץglänzen“ zusammenstellen. Obwohl der sprachliche Zusammenhang von hebr. פר« mit arab. ghubär kaum anzuzweifeln sein dürfte, ist die Behauptung, dass ersteres ursprünglich nicht ,,Asche“, sondern ״Staub“ bedeute, nicht überzeugend. Die Stellen Jon. 3,6 und Job. 2,8 sind wohl so zu verstehen, dass dem Trauernden eine Schicht Asche auf dem Boden ausgebreitet wurde und er darauf sass, wie ja auch aus Jes. 58,5 und Esth. 4,3 zu ersehen ist. Auf den Boden setzte man sich ja wohl auch zum Essen und verschiedenen Verrichtungen (Gen. 37,25). Wenn אפר in der Mischnah nur mit einem erklärenden Zusatz ״Asche“ bedeuten soll, so muss man fragen', warum nicht auch עפר gelegentlich in derselben Weise Verwendung findet. Endlich aber beweist (die von Barth nicht angeführte Stelle) Beza 1,2 den unbefangenen Gebrauch von אפר für ״Asche“, da der Genetiv בירח lediglich das folgende מוכן erklärt, während der Gegensatz zu עפר aus dem vorhergehenden Passus erhellt. (S. übrigens S. 21 Anm. 1 und die Parallele Jer. 6,26 n. Micha 1,10.) Zum Wechsel von ב und פ möchte ich ferner die von mir (JKAS. 1891, p. 510) vorgeschlagene Gleichung כעל ©akXoc erwähnen. Für das Phönizische, das hierbei wahrscheinlich zunächst in Frage kommt, hat Schröder (Gramm, p. 113) weitere Beispiele hergebracht. Möglicherweise lässt sich mit der Wurzel בעל — für dessen Grundbedeutung ״die Ehe vollziehen“ ״zeugen“ ich noch weitere Belege gesammelt habe — auch gemeinsein. פעל, das ja im Hebr. auch in der Bedeutung ״schaffen“ (Spr. 16, 4; Job 36, 3) vorkommt, vereinigen (vgl. neupun. בעלפעל Levy, Phon. St., III, 75). Die Bedeutung ״tliuen“ ist ja aller Wahrscheinlichkeit nach nur aus Specialbedeutungen verallgemeinert (vgl. aram. עבד, aetli. gabara u. a. m.) Ein interessantes Beispiel für den Wechsel der Labialen im Mittellaut ist arab. sab bür, das schon Ereytag als von 1שופר) entlehnt vermuthet. Für die Entlehnung würde ja auch die Beibehaltung des ש sprechen. Als Beispiel für den gleichen Wechsel im Auslaut ist wohl auch das schon von Petermann angenommene נוב sam. נוף zu erwähnen. Barth will hebr. ״ דיGenüge“ als Rückbildung aus כדי, dessen ב wurzelhaft und das überhaupt mit aram.כדו (mischn.כראי) gleichbedeutend sei. Ungeachtet der wahrscheinlichen Identität von כדאי mit כדו ist wohl eine schärfere Scheidung zwischen diesen beiden einerseits und hebr. די andererseits möglich. Ich glaube, dass man mit Gesenius eine Wurzel דיי annehmen kann, aber auf Grund einer Metathese mit arab. ״ ודיEntschädigung geben“. Beispiele für ähnliche Metathesen giebt Barth S. 10. Die Bedeutung ,,Zufriedenstellung“ ergiebt sich auf diese Weise für די ohne Zwang Zu denjenigen Fällen, in welchen hehr. ש ebenfalls radicalem arab. ש entspricht, ist auch ״ רעשbeben“ (Gesen.) zu rechnen. Die von Barth (S. 41), allerdings nur vermuthungsweise vorgeschlagene Erklärung von ממון ans arab. מ־מאל dürfte kaum stichhaltig sein. Ist das Wort nicht eher aus מאמון contrahirt? Die gleiche Bildung מטמון giebt jedenfalls eine interessante Parallele. Eine Nominalform der Wurzel אמן würde 1) Dessen Karnez wie ö gesprochen worden zu sein scheint. Ein anderes Beispiel ist שנער, das Saradjah und Jefeth mit אלשיכור wiedergeben.