Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Dr. Leopold Zunz und seine Frankfurter Ahnen
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 494 (sequence 2)
- Language
- German
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494 Dr. Leopold Zunz und seine Frankfurter Ahnen. Die geplante Ausgabe unterblieb damals1), und clie von Zunz angefertigte Abschrift ging in den Besitz des Dr. Grünsburg über, aus dessen Nachlass sie־ als cod, 2 an die Breslauer Gemeinde-Bibliothek* 2) gelangte. Die von Anfang bis zu Ende mit peinlicher־ Sorgfalt und Sauberkeit in deutlich lesbarer Cursivschrift angefertigte Copie ist mit folgender Unterschrift versehen: החלוד לכתוב ספר המעלות הזה מכתב יד יעל!ב (1817, 13. 0ct.) ראמאן בשנת התקע״ח בשמיני בשלשה לחודש 0 .30) יום חמשיct.) ותשלם המלאכה ביום העשרים לחודש ההוא שעות אחת עשרה ושתי שלישיות ליום בין [lies: בשבעה«) [בשבת הערבים פה ברלין אני• הכותב ליפמן בן עמנואל •מנחם בן יהודה ליב בן אלכסנדר ממשפחת צונץ.4) תהלה לאלהים Danach beganndie Abschrift am 3.Marcheschwan 5578 (= 13. October 1817) und war nach 17 Tagen am Donnerstag, den 20. Marcheschwan (= 30. Octpber) gegen Abend um 112 4/s Uhr des Tages (d. 11. noch der üblichen Zeiteintheilung: um" 5 Uhr 40 Minuten Nachmittags) vollendet. Und was wichtiger ist: es nennt Zunz ausser dem bereits anderweitig5) bekannten Namen seines Täters noch denjenigen seines Grossvaters Jeliuda Loeb6) und veröffentlicht. In meinen Händen befindet sich augenblicklich die Abschrift dieser Briefe von der Hand Carmoly's (vgl. Revue Orient. I, 347), die manche interessante Varianten darbietet. So z. B. hat Carmoly den von Kayserling, S.’89 nicht entzifferten Titel (vgl. S. 92, No. 12) מגלות רעיונות gelesen. Die Handschrift enthält auch den. Anfang des ersten Briefes Roman’s an Buxtorf, der für verloren gilt (Das. S. 87). Nähere Mittheilungen behalte ich mir für eine andere Gelegenheit vor. 0 Erst 1893 ist das Buch von Venetianer mit Benutzung der Handschrift, von der im Text die Rede ist, herausgegeben worden. 2) Vgl. Katalog der Bibi, der Synag.-Gem. zu Breslau (Israel. Lehru. Lese-Verein) Breslau, 1861, 8. S. 128. 3) Vielleicht hat Zunz auch schreiben wollen בשבעה עשר יום, um zu constatiren, dass er die Abschrift in 17 Tagen vollendet habe. Die Wendung ist nicht ganz klar. Dass aber hier, wie Venetianer meint, angegeben sei, wie viel Stunden Zunz täglich an der Vollendung der Abschrift gearbeitet habe, ist gewiss nicht richtig. 4) Wie Zunz mir einmal mündlich mitgetheilt hat — und dieselbe Nachricht wird mir anderweitig bestätigt — soll der Name seiner Familie von einem Oertchen in der Rheingegend ־herstammen. Vielleicht ist an Zons bei Neuss zu denken. 5) Kaufmann, S. 484. 6) Er trat durch die Ehe mit Gutlen, der Tochter Gumpel Beers, in erneute enge Beziehungen zu Frankfurt am Main. Zwei seiner Kinder Seligmann (No.44) undGutle(N0.37)haben dort ihre zeitliche und ewige Ruhe gefunden. Ob er selbst dort gewohnt hat, ist fraglich. Wenigstens scheint weder sein noch seiner Gattin Grabstein bisher dort gefunden zu sein. Seine Schwägerin, Hanna, die Frau des schlesichen Landrabbiners Benedix Rüben Go mp erts (oben S. 484), liegt in Dyhernfurth