Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Juden in Prag
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 469 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829654-2829665-2878579--25852-2878630- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beiträge zur Geschichte der Juden in Prag. 469 Beschreibung derer DancksagnngS“Gebetter? welche die Prager Judenschaft wegen Abweichung des Feinds den 29. Junii 1757 in der sogenannten Synagog Alt-Neu-Schul verrichtet haben. Den 27. Junii Abends hat der jüdische Ober-Rabiner- Aeltist, und Gemeind-Aeltisten (dass sich den 29 Dito bey dem Früh-Gebett alle Jüdische Beamten und Gelehrten in der so genannten Alt-Neu-Schul in der Feyertags-Kleidung, wo sich der Ober-Rabiner-Aeltist und Gemein-Aeltisten, dann Ober-Juristen zugleich ־einfinden werden, begeben sollen) publiciren lassen. Den 29. frühe gegen 6 Uhr wäre der Ober-Rabbiner-Aeltist, und Gemein-Aeltisten, dann Ober- Juristen und andere Jüdische Beamten, nebst Contribuenten in der obbemeldten Schul, wo so wohl die Schul selbsten innerlich, als die zu der Schul gehörige auf dem Yorplatz voll gestanden, da die Schul mit vielen Lichtem illuminiret wäre, so dann sich das Ordinari-Gebett durch einen achtzigjährigen Schul-Sänger angefangen. Bey Endigung des Gebetts hat bemeldter Ober-Rabiner sich bevm obern Staffel des Schreins gestellet, und eine Predig gemacht, wie ein jeder Gott den Allmächtigen mit ganzen Herzen loben, und ihme dancken solle, für die Gnad und grosse Wunder, die er denen sammentlichen hiesigen Inwohnern erzeiget hat, da er ihnen aus solcher Noth, und Todes-Aengsten unversehens so güttig geholfen, um Ihro Maj estät der All er gnädigsten Kaiserin fernerstreu und aufrichtig zu seyn; durch welche Predig bey der sammentlichen Judenschaft ein sehr grosser Wohlgefallen verspühret worden, nach welcher bemeldter Ober-Rabiner im Namen der ganzen Judenschaft den gewöhnlichen Seegen Gott dem Allmächtigen (was die Juden zu betten pflegen, wann einer in einer Todesgefahr gestecket, und errettet worden) gegeben, nachgehends aber sich auf den Platz des Schul- Sängers gestellet, und mit hoher Stimme die nachfolgende Capitel der Psalmen gesagt, welche allezeit Vers auf Vers alle in der Schule anwesende Juden nachgesaget. Bey Endigung solcher Capiteln hat für Ihre Kais, königl. Majestät Unsere Allergnädigste Landesfürstin und Frau Frau Maria Theresia sammt Dero Allerhöchsten Ehegemahl, Allergnädigsten Kaiser und Corregenten