Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 38 (1893-1894)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Juden in Prag
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829654-2829664-2878504--25785-2878555- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
420 Beiträge zur Geschichte der Juden in Prag. ihm seine Sünden nicht verzeihen, sondern es solle sich erwecken der Grimm und Zorn Gottes und seine Rache zu hrennen an denjenigen TJbertretter, und sollen fallen auf demselben pur allein alle die Flüche, das ganze Geschlecht Israel aber solle davon befreyet, und entlediget seyn, und solle nicht durch seine Sünden bezwungen werden, oder was zu büssen haben, sondern derselbe solle seine Missethaten alleinig für sich selbsten ertragen müssen; Gleichwie Moses in seinem Gebeth Lib. 4, Cap. 16, Yers. 22 gesprochen. ,,Soll dann ein einziger Mensch sündigen, und GOtt, 0 HErr! auf die ganzen Gemeinde deinen Zorn werffen.“ Und wie auch der Prophet Ezechiel gesprochen in Cap. 18 ״Die Seele, die da sündigt, soll sterben, ein frommer Sohn aber soll nicht büssen um Willen der Sünden seines Vaters, ein frommer Vater soll nicht büssen um Willen der Sünden seines Sohnes, sondern die Gerechtigkeit des Gerechten solle auf ihm verbleiben, und das Unrecht des Ungerechten solle auf ihm verbleiben/1 So sprach auch der Prophet Ezechiel weiters Cap. 3. Vers. 19. und Cap. 33. Vers 6. ״Und Du, weilen Du hast den Uebelthäter gewarniget, um ihn abzukehren von seinen üblen Weegen, und er hat solche nicht verlassen wollen, so soll er in seinen Sünden sterben, und Du, weilen Du ihn gewarnigt, hast Du Deinen Leib beschirmet/1 Als thun wir auch anermahnen und warnigen Jedweden, damit er solle gewarnigt seyn, in all deme, was wir obgedachter־ massen bey dem grossen Bann verboten; derjenige schalk״ haftige Mensch aber, der dieses übertretten würde, der hat die Schuld seines Todes sich selbsten beyzumessen, und wir nebst dem ganzen Geschlecht Israel sollen davon befreyet und entlediget seyn; hingegen diejenige, welche sich bedenken, um alle Wohlfahrt und Frieden Ihro Kaiserl. Königl. Majestät, Unser Allergnädigsten Landes-Fürstin und Frauen Frauen Maria Theresia, nebst Höchst-dero Herzgeliebtesten Ehegemahl, Unsern Allergnädigsten Kaiser und Herrn Herrn, samt Höchstdero Königl. Hoheiten, Prinzen und Prinzessinnen, wie auch Höchst-dero Ministern und Käthen, imgleichen auch Höchstdero Generalität und Kriegs-Macht GOtt den HErrn inbrünstig anzuruffen, und Höchst-denenselben alle mögliche Hülfe, so in unserer Kraft und Macht stehet zu leisten, gleichwie es unsere pflichtmässige Schuldigkeit erfordert, dass ein jedweder von uns und der gesammten Judenschaft in Ansehung des allermildesten Schutz und Allerhöchsten Gnade so Allerhöchst