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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 5 · p. Seite 248

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1893-01-01
Page
Seite 248 (sequence 2)
Language
German
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2 48 Besprechungen. zureuen. haben, gewiss aber nicht das grosse Wort, das entscheidende und absprechende TJitheil, sich anmassen dürfen. Nur Juden und Judenthum und was damit zusammenhängt, erlaubt man sich ungekannt zu verurtheilen. Ob Yorurtlieil und Abneigung, ob Hass und Backsucht, ob das teuflische Beginnen, die Juden als Ableiter der herrschenden Unzufriedenheit preiszugeben, dem böswilligen Gerede über den Talmud, wie den übrigen Verhetzungen einer urtheilslosen Menge zu Grunde liege, immer ist neben der moralischen Verwerflichkeit eines solchen Beginnens doch auch die schmachvolle Versündigung an der Wahrheit, die Verletzung der einfachsten Elemente alles Wissens und Erkennen« in der Leichtfertigkeit und Schamlosigkeit liervorzuheben, womit der Talmud von Leuten geschmäht wird, die nie eine Zeile darin zu verstehen oder auch nur zu lesen im Stande waren. So haltlos aber auch die Angriffe, so wahrheitswidrig auch die gegnerischen Mitteilungen aus demselben sind: die Gefahren eines Eindrucks hei der dreisten und wohlberechneten Wiederholung der vielfach bereits widerlegten Beschuldigungen sind nicht zu übersehen und nicht zu unterschätzen. Von Verleumdungen bleibt, und wären sie noch so unbegründet, wie das bekannte Sprichwort sagt, dennoch immer Etwas haften. Am schlimmsten wäre es aber, wenn die zunehmende Unwissenheit in jüdischen Dingen unter unsem eigenen Glaubensgenossen bewirken könnte, dass auch bei ihnen jene Verdächtigungen nicht spurlos bleiben, dass auch in unserm eigenen Kreise eine Beunruhigung und Unsicherheit trotz der augenscheinlichen gehässigen Ziele unserer Eeinde den geringsten. Anhalt fänden. Darum ist es unstreitig Pffielit und Aufgabe der sachkundigen Kabbiner, in leichtfasslicher und zweckmässiger Form ein wahrheitsgetreues Bild von der Tendenz und dem Inhalt des Talmuds sämmtliehen Mitgliedern ihrer Gemeinde zu entwerfen. Dieser Aufgabe hat sich Herr Dr. Eschelbach er mit Umsicht und Geschicklichkeit unterzogen. Er hat sehr passend das Wochenfest, das Fest unserer Gesetzgebung, dazu benutzt, um seine Gemeinde über den Talmud in zwei Vorträgen zu belehren. Der Synagogenrath in Bruchsal hat sich durch die Veröffentlichung dieser Beden ein Verdienst erworben, da nicht nur die Zuhörer den dargebotenen reichen Stoff sich gern nochmals lesend vergegenwärtigen werden, sondern auch anderen Gemeinden und deren Lehrern eine Schrift willkommen sein wird, die über eine so wichtige Litteratur wie die talmudische, ihnen die richtigen und nothwendigen Aufschlüsse und Mittheilungen giebt. Es genügt ein Blick auf das Inhalts verzeichniss, um den Werth und die Mannigfaltigkeit der Schrift zu erkennen. Es folgen auf die Einleitung Erörterungen über den Namen und die Aufgabe des Talmud, über dessen Entstehung, Verbreitung und Studium, über die Schwierigkeiten seines Verständnisses, über die hinsichtlich desselben verbreiteten irrtliümer und Verleumdungen, über das sittliche Ideal der Lehrer des Talmuds, über dessen Gegenstand und Inhalt, über die Stellung des Talmuds gegenüber dem Heidentlium, gegenüber einem reinen sittlichen Menschenthum und gegenüber dem Christenthum. Den Schluss bildet eine in haltreiche und ansprechende Zusammenstellung der Erklärungen des Talmuds zu d en Zehngeboten.— Das Buch verdient es, in den jüdischen Gemeinden weit verbreitet und zu deren Belehrung bestens benutzt zu werden Dr. David Bo sin. Unberechtigter Nachdruck aus. dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.

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