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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 3 · p. Seite 147

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1892-01-01
Page
Seite 147 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 147 samm enges teilt1-) hat, um die Beziehung Eicasars zum Stiftszelte zu erläutern, bereits richtig auf Eleasar, den Sohn Aharons, hingedeutet und hätte zur näheren Begründung vielleicht noch das Citat IV. M. S, 32 hinzufügen können. Bliebe nur noch die Frage, weshalb gerade dieser Eleasar sich die vorliegende Chiffre ausgewählt hat. Den Schlüssel zur Lösung des Käthsels giebt uns die eigenhändige Unterschrift selber, hei welcher, wie Herr Stern in der Textnote2) berichtet, die Buchstaben ה ,א und ע von Eleasar nicht punktirt worden sind. Nichts liegt näher als die Annahme, dass Eleasar mit Vorbedacht nur diejenigen Buchstaben mit Punkten versehen habe, hinter denen der Best des angefangenen Wortes zu ergänzen ist. Danach zerfällt die Chiffre in folgende sechs Wörter ב׳ או׳ חל׳ מ׳ ר׳ ער׳. Das heisst deutlich: בן אורי הלוי מנוחתו ונשמתו עדן oder auf deutsch: ״[Eleasar], Sohn des Uri ha- Levi, dessen Seele friedlich im Paradiese ruhe.“ Ist die Deutung richtig, so begrüssen wir in unserem Eleasar einen alten Bekannten 3) aus dem Jahre 1287 und gewiss auch einen Bruder des Ascher4) b. Uri lia-Levi, der ebenfalls durch das Vertrauen seiner Glaubensgenossen mehrfach in den Vorstand der Kölner Gemeinde gewählt worden ist. Ihre Brüder waren feiner Joel5) und Kalony mos6) b. Uri ha-Levi7), und von ihrem Vater lässt sich vermutben, dass er ein Enkel des 1216 als Märtyrer gefallenen Uri ben Jöel ha-Levi8), des Bruders des berühmten Schriftstellers R. Elieser ha-Levi (ראבי־״ה) gewesen sein wird — was interessante Fernblicke auf den Zusammenhang dieser Familie mit anderen hochangesehenen Geschlechtern gestatten würde. Wie dem auch sei, jedenfalls hätte sich der Herausgeber hüten müssen, auch nur an die Piinktlein seiner Vorlage ohne die zwinge'ndsten Gründe Hand anzulegen9). (מנהיגים) — vgl. die einzelnen Nachweise hei Siern, S. 224 u. 226 — zusammen das bekannte Collegium der sieben Notabein (שבעה טובי הציר, vgl. Megilla 26a und Frankel, die Gemeindeordnung nach talmudischem Rechte, in der MS. II, 294), bildeten, und dass eben aus dieser ]Behörde gemeinsam mit dem Rabbiner und 2—4 Dajjanim (die letzteren 3 bis 6 Personen sind eben diejenigen, die den Bann handhabten) sich der Judenrath mit seinen 10—12 Mitgliedern zusammensetzte. Kaufverträge bedurften übrigens nach jüdischem Recht bekanntlich nur zweier Unterschriften. Die Vermehrung derselben, die die Rechtsgültigkeit des Instruments im Allgemeinen weder vermehrt noch vermindert, beruhte wahrscheinlich auf obrigkeitlicher Anordnung. 1) Für יועץ תשועה hätte auf Spr. Sal. li, 14. 24, 6 verwiesen werden können. Für שולב״ץ möchte ich die Auflösung ״) שמחנו וזכנו לראות בנהמת ציוןerfreue uns und würdige uns, die Tröstung Zions zu schauen“) Vorschlägen. 2) Im Text hat er jeden einzelnen Buchstaben mit einem Punkte versehen. 3) S. 62. 4) S. 94. 96. 97. 100. 101. 134. 5) S. 117. 133. Nach nochmaliger Prüfung der lateinischen Notiz No. 308 (S. 133) ergiebt sich mir als gewiss, dass Vivis (Uri b. Jo«l ha-Levi) ein Bruder sohn Anselms (Aschers b. Uri ha-Levi) gewesen ist. Dadjrch wird meine Bemerkung über נכד (oben S. 66) hinfällig. Die vorliegende Notiz ist vielmehr ein urkundlicher Beweis dafür, dass נכד auch damals schon in der Bedeutung ״Brudersohn“ vorkommt. Vgl. übrigens u. A. auch אור החיים, S. 612 f, 6) S. 133 f. 7) Dagegen war Jacob b. Uri ha-Levi vielleicht ein Verwandter, jedenfalls aber nicht ein Bruder der im Text genannten Personen, wie ein näheres Eingehen auf die Urkunden S. 94. 96. 117 und 118 klar beweist. 8) Ausser den Citaten bei Stern (S. 247) vgl. noch Michel, אור החיים No. 326. Aus welchem Grunde Herr Stern (a. a. O.t zum Beweise dafür, dass der Begleitname במצד העקדה auf ein Martyrium hindeute, den Märtyrer Uri b. Jo61 ha-Levi herbeig°zogen hat, ist mir unverstündlich, da dieser letztere Uri, so viel mir bekannt ist, niemals mit dem Zusatz בסצץי העקדה erwähnt wird. Er war zwar ein Verwandter der Ascheriden. Leviten, aber waren die Asclierideu bekanntlich nicht. 9) Es ist interessant zu sehen, mit welcher Sorgfalt schon die Juden des elften und zwölften Jahrhunderts die ihnen wichtigen Texte gegen die Ausschreitungen unberufener Correctoren zu schützen suchten. Rabbax&u. Gersehom verhängte den Bann über die leichtsinnigen Verbesserer, uni RabbenuTam (von Rameru natürlich, den erst jüngst wieder — trotz Steinschneiders (C. B. 5627) Warnung — Heu• Bresslau (Quellen II, S. NXV) mit demjenigen von Orleans zu verwechseln das Unglück hatte) erneuerte ihn. (S. הישר 'D des Rabbenu Tarn, Einl., vgl. Weiss, Biogr. ä. R. T., c. 4 u. ״Zur Gesch. d. jiid. Tradition“ IV, 315. 33S f.)

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