Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Besprechungen. hebräische Form ברית in den Text zu setzen. Es war überflüssig, mehrfach (S. 48, 08, 80) die Form כהן in הכהן zu verwandeln, da im rabbinischen Stil der Artikel nicht selten in derartigen Verbindungen weggelassen wird. Noch viel weniger berechtigt war der Herausgeber, für das letzte V/ort das Satzes ואיכש לא ימחא בידיה (S. 118) einfach בידידם zu setzen. Er hätte sich vielmehr sagen müssen, dass in der chaldäischen Schlusswendung des Satzes וידא רשאי ר׳ יוסף למכירה זו 4* י ואיבש לא ימחא בידיה einzig und allein die Form בידיה (= hehr. בידו) am Platze sei. Das Gleiche gilt von der Verwandlung des Wortes לדם in לו in dem Satze * * י ר, כקלכין ודאפוטרופין שמינו לדם בית דין והקהל * * (S. 101), woselbst לדם einfach als sogenannter pleonastischer dat. commodi zu verstehen war. Vollends falsch aber ist die Verbesserung des Ausdrucks שלשד ״) ריבעיdrei Viertel“) (S. 77) in שלשה רביעי. Denn רביעי heisst niemals ein ,,Viertel“, sondern stets nur der ״Vierte“, während רבעי ריבעי der stat. constr. plur. von רבע ,,Viertel“ ist und bekanntlich im unpunktirten rabbinischen Text trotz des kurzen Vokals sehr wohl mit einem Jod (als mater lectionis) hinter dem Besch geschrieben werden kann. Nicht einmal die eigenhändigen Unterschriften der Mitglieder des Kölner Judenraths sind vor der Verbesserungslust unseres Herausgebers sicher. Ascher b. Uri ha-Levi,1) Isaak Cliajjim b. Eleasar ha-Cohen2) und Simon b. Mose3) haben sich hin und wieder erlaubt, dem Namen des verstorbenen Vaters den allerdings nicht ganz gewöhnlichen Segenswünsch זעי״ל oder זע״ל hinzuzufügen. Herr Stern, der ihnen derartige Unregelmässigkeiten glaubt verwehren zu müssen, wirft זעי׳ל (das jeder Sachkundige vermutlich auf den ersten Blick nach d 112, 6 in זכר 4עולם ידיה לו) auflösen wird) und זכר עולם לו =) זע״ל) in seine Textnoten und setzt ohne Weiteres das landläufigere דצ״ל in seinen nun vermeintlich von Irrthümern gesäuberten Text. Nahezu noch wunderbarer ist folgende Leistung. Chajjim b. E. Jechiel 5קטן) und Jacob b. Josephe) weisen in den Stern’schen Texten hinter dem Namen des lebenden Vaters die Euphemie ש״ק auf, die an allen am Eande angeführten Stellen und ausserdem in den Uebersichten (S. 245, 251) mit den Worten: ״den sein Hort behüten möge“ übersetzt wird. Dem entsprechend lesen wir auch S. XXVI in dem Verzeichniss der Euphemien: שמרהו צורו שק״ u. s. w.“ unmittelbar dahinter aber das unglaublich naive Geständniss, dass an allen aufgezählten Stellen ״die handschriftliche Vorlage deutlich statt das ק die Zeichen וי hat.“ Es steht also gar nirgends das consequent ohne jede Bandbemerku 11g in den Text aufgegenommene und sieben oder acht Mal übersetzte ש״ק, sondern dafür überall die anderweitig gänzlich unerwähnt gelassene Formel שדי, die übrigens sehr einfach in שידיה ויאריד יבדם aufzulösen ist. (Fortsetzung folgt.) L) s. 100. 101. 2) s. 99. 100.!3) S. 97. 100. Die Angabe auf S. 249 hinter diesem Namen widerspricht der Textnote e auf g. 100. 4) Damit soll nicht ausgeschlossen sein, dass die Auflösung זכותו עלינו יגן לעולם ebenso berechtigt ,wäre. 5) S. 12. 13. 6) S. 145. 146. 151, Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt.