Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1885-01-01 · Heft 8 · p. Seite 372

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
34 (1885)
Issue
Heft 8
Article
Elieser b. Joel halevi
Date
1885-01-01
Page
Seite 372 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829598-2829607-2875658--23048-2875705
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ß72 Elieser b. Joel halevi. talmudischen Werke Or Sarua seinem Lehrer auf Schritt und; Tritt folgt und dessen Schriften vielfach excerpirt. Mit dem Letztgenannten stand er in gelehrtem Briefwechsel. Einen seiner Briese ') an denselben mußte er bitttreu, weil seine Angen von vielem Weinen über sein Elend getrübt Teten. Was für ein Leid ihm diesen Kummer bereitet habe, ist nicht bekannt, aber sein Leben war ja überhaupt reich au schweren Prüfungen. Eine der schwersten war die Ermordung seines Bruders Uri im Jahre 1216 sv. oben). Voller Klagen sind feine Verse in dem ihm zugeschriebenen Contmentare zum Tractate Nedarim (v. weiter). Klagen Hallen freilich in allen Schriftett jener Zeit wieder. Die Inden befanden sich in einer höchst traurigen Lage, einerseits dem durch die Kreuzzüge entfesseltett Fanatismus des Pöbels und anderseits der Willkür der Machthaber preisgegebeu. Sie waren rechtlos und mußten ihre Duldung seitens der Letz« teren durch schwere Opfer erkaufen. Um die erforderlichen Geldmittel zu beschaffen, mußten sie, da sie ja von den meisten Erwerbszweigen ausgeschlossen waren, zum schmählichen Wucher greifen, durch deu sie sich wieder bei der Menge verhaßt machten. Elieser halevi verdarnntt den Wucher auch mit Nichtisraeliten, aber er entschuldigt ihn unter deu traurigen geschichtlichen Verhältnissen als ein nothweitdiges Nebel»). Ein Akt der Erpressung wurde u. a. an beit Juden in Frankfurt am Mai» verübt. Sie wurdeit eingekerkert und nur den Anstrengungen und Mühen des R. Elieser auf Aboda Sara bezügliche Theil. Der vollständige Or Sarua befindet sich handschriftlich im Besitze von Nabinowitz in München. Di« Pergamenthandschrift besteht aus zwei Foliobünden in sehr schöner Cursivschrist zu 297 und 215 Blatt, und verdiente edirt zu werdsn. *) Or Sarua I 223 a. *) Das. Cod. Rabinowitz 1,170 b. ראבי״ה כתכ מפני כי ר3ו ע!—וה הגוזרים גזירות וצריך הון רב לשחדכם הוי הכל כדי חייו ומותר להלוות גוי כרכיה. Fast dieselben Worte finden sich in Tossafot Baba Mezia 70 b.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.