Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 33 (1884)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die kriegerische Bewegung in Palästina am Ausgange des zweiten Jahrhunderts
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
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482 Die kriegerische Bewegung in Palästina noch so unbedeutende Andeutung in den bezüglichen Quellen entgangen ist. An sich ist auch diese kurze Notiz zweideutig. Will sie sagen, daß ein Krieg zwischen Juden und Samaritanern ausgebrochen sei, oder daß beide sonst feindliche Sekten gemeinschaftlich einen Krig gegen einen gemeülsamen Feind unternommen hätten, wie etwa zur Zeit des großen Krieges gegen die Römer? Durch eine andere Notiz des Abulfarag' in der gekürzten 11i8toria dynastiarum wird aber die Thatsache illustrirt und die Zweideutigkeit gehoben. Diese lautet bei der Regierungszeit Severs in der Uebersetzung folgendermaßen: ״Der Kaiser S ev e r i n u s (Severus) regierte 18 Jahre. I m e r st e n Jahre seiner Regierung erhob sich ein großer Streit zwischen den Juden und Samaritanern, und sie lieferten ein Treffen, wobei auf beiden Seiten Viele u m k a m e n". Abulfarag' oder Barhebräus muß das Factum aus einer altern Quelle geschöpft haben, da er auch das Chronologische dabei amnerkt, und diese Quelle muß auch Hieronymus Vorgelegen haben, vielleicht gar ein untergegangenes Stück von Dio Cassius. Dieses Factum hat Hieronymus kurz als bellum Judaicum et Samariticum notirt. Soll nun davon in den römischen Quellenschriften und im Talmud nichts erwähnt sein? Daß es keinerlei Bezug auf den Versuch hat, zur Zeit R' Meirs den Wein der Samaritaner jüdischerseits zu verbieten, was Jost herangezogen hat, ist augenscheinlich. Einmal ist die Chronologie dagegen; denn R' Me'ir und seine collegialischen Gesetzeslehrer haben Severs Regierung nicht erlebt. Und dann ist in der betreffenden Talmudnotiz nicht einmal angedeutet, daß deßwegen ein Krieg, oder wie Jost es abschwächen wollte, eine Schlägerei ausgebrochen wäre. Die Quellen sind aber keineswegs stumm darüber. Zunächst wissen wir aus Spartianus, daß die Samaritaner in dieser Zeit in Waffen waren. Sie hatten Partei für Pescenius Niger gegen Septimius Severus ergriffen; daher hat der letztere ihnen nach