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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 9 · p. Seite 411

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 9
Article
Montefiore, Crémieux und Riesser
Date
1884-01-01
Page
Seite 411 (sequence 27)
Language
German
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Montefiore, Cr4mieux und Rießer. 411 ״trauriges Verdienst, laut gefordert zu haben, so lange der ״Forderung noch so erstaunlich wenig ist gewährt worden. Auch ״nehme ich ja kein anderes Vorrecht in Anspruch, als das uner. ״freuliche, die Spitze einer Verleumdung auf mich zu ziehen und ״ihren Urheber zu züchtigen Erst 1840 wird er Notar in seiner Vaterstadt und erlangt dadurch eine eigentliche Berufsthätigkeit. AlS im Jahre 1848 der Zug der Freiheit und der Gerech. tigkeit durch die Lande brauste, wurde Rießer im Februar in's Parlament eingeladen, wo er mit dem Anträge durchdrang, daß jeder volljährige Deutsche ohne Bedingung des Standes, Der« mögens und Glaubensbekenntnisses Wähler und wählbar sei. Von Lauenburg ins Frankfurter Parlament gewählt, wurde er, nachdem er sich als Vorsitzender verschiedener Commissionen vor׳ trefflich bewährt, 2ter Vicepräsident des Hauses. Hier setzte er gegen Moritz Mohl den § 13 der Verfassung durch, der da lautet: Durch das religiöse Bekenntniß wird der Genuß der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte weder bedingt noch beschränkt. Seine glänzendste parlamentarische Rede wurde im März 1849 zur Unterstützung des bekannten Welkerschen Antrages gehalten. Erwähnt mag werden, daß Rießer mit zu jener Deputation gehörte, welche am 1. April 1849 ernannt worden, Friedrich Wilhelm IV die Kaiserwürde zu überbringen. Vor« ahnend hatte Rießer gesagt: Ich fürchte, wir werden in den April geschickt'). Er zählte zu den sogenannten Gothaern und wurde 1850 von seiner Vaterstadt, die vor 2 Jahren erst ihm und seinen Glaubensgenossen das Bürgerrecht zuerkannt hatte, in das Erfurter Parlament gewählt. Im Jahre 1860 wird Rießer zum Obergerichtsrath in ') ®eff. Schr. IV S. 74. י) Jsler in 8b. I ©'. 460.

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