Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1881)
- Article
- Zum Ofener Judenmord 1686
- Date
- 1881-12-01
- Page
- Seite 545 (sequence 6)
- Language
- German
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Zum Ofener Judenmord 1636. 545 Here Auskunft über seine edle That ertheilt ein von ihm selbst gedrucktes Flugblatt, welches die Breslauer Stadt-Bibliothek aufbewahrt. Gegen hohes Lösegeld und sichere Bürgschaft hatte er Er freilich für den rechten hielt. Es erschien 8. 1. [in Amsterdams mit jüd.-dtschen Lettern (St. das. NNr. 3652, 5628) und wurde 1670 in B r e sl a u mit deutschen nachgedruckt. Ein Exemplar des Nachdrucks, den Wolf und Steinschneider nicht vor Augen hatten, besitzt die Bibliothek der Bresl. Sunagogen-Gem. (Nr. 2105). Der Titel lautet wörtlich: ״Ein Schön Neu Lied! Von Messia i Allfangs Dem vermeinten jüngsten Messias in Morgenland! Schabbasi Zebhi, Von Jacob Taußk l von Prag! Zu Ehren austgesetzt l Und im Jahr 1666 in Amsterdam mit Jüdischer Lchrifst gedruckt; jetzo aber l Damit der Juden blinde Thorheit unter den Christen bekannter werde I Aus; dem Holländischen Jüdischen Exemplar, mit behal- Lenem Dialecto, Nachgedruckt in Breßlau l Im Jahre unseres wahren Messias » 1670. In der Vaumannischen Erben Druckerei) druckts Johann Christoph Jacob \ Factor." Dem Text des Liedes folgen die Noten eines anonymen Glostators, besten ehrlicher ullverblümter Judenhaß in den Zeiten des mehr oder minder salonfähigen Antisemitismus ordentlich herzerfrischend wirkt. Wir geben als Probe die Anfangsworte der Vorrede: ״In dem hochgeehrten Lid I Werd sich derfreien itlicher srummer Jüd: Weib und Kinder l Jungen und Meiden I Das hochgeehrt Lid werd ietlichen Judes-Kind sein Hertz derfreiden: So lang as ihr seid in diser Welt gewesen | Hat ihr fein solches herrlich Lid gelesen." und dazu die erste Note: ״Herrlich Lid gelesen.) Wo ist die Herrlichkeit? Weder int Inhalt | noch in der Poetischen Kunst. Jammer! Solch Elend Gemachte soll allen Liedern in der Welt vorgezogen werden! Wo bleiben die Biblischen? Doch! Dis ist der Juden hosfartige Schwachheit. So viel Teutsche Büchlein von ihnen gedruckt werden | so viel Drummeln I das ist i hyperbolifd&e Commendationes, sind im Anfänge daraufs zu finden. Wer da will | verzeihe es ihnen." In diesem liebenswürdigen Tone geht es sort bis zu der ebenso fett gedruckten als geistvollen Schlnßbcmerkung: ״So viel über der Juden Gottlose Frömmigkeit." Den Schluß des Büch^ leins, das im Ganzen 48 unpag. SS., 8 stark ist, bildet ״Ein Kurtzer Bericht von den falschen Messiis ״der Juden" nach den Angaben des Apostaten Gerson im 2. Theil seiner Widerlegung des Talmuds. Die letzte halbe Seite ziert ein plumper Holzschnitt, das Brustbild eines betürbanten Türken darstellend, mit der hochpoetischen Umschrift: Der Höhest' in dem Inden-Orden | O Jammer! ist ein Türäe worden. Graetz. M»»atSschrift xxx. 1s. I 35