Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1881)
- Article
- Die jüdischen Steinsarkophage in Palästina
- Date
- 1881-12-01
- Page
- Seite 530 (sequence 2)
- Language
- German
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530 Die jüdischen Steinsarkophago in Palästina. würdige alt diesen Sarkophagen ist ihre Winzigkeit. Nicht ein einziger hat Menschenmaß. Die Länge der kürzlich in Jerusalem aufgefundenen Exemplare bewegt sich zwischeit 35 und 80 Millimeter; die Breite ist selbstverständlich noch kleiner. Man hat sie daher Anfangs als Cassettell angesehen. Da man aber da׳ rin Neste verwester Knochen gefunden hat, so ist es nicht zweifelhast, daß sie zur Aufnahme von Leichen gedient haben, mit einem Worte, daß es Särge sind. Sie bestehen aus einem’־ Behälter, Arka, welcher auf kurzen, stämmigen Füßen ruht, und einem Deckel, der entweder platt oder halbcylinderisch oder prismatisch gebildet ist. Air der äilßeren Flache sind Verzierungen angebracht, Linearsiguren oder Rosetten (vgl. die schönen Abbildungen tu Revue Arckeologique 1873 I, p. 401, 406, 413). Die äußere Decoration zeigt Aehnlichkeit mit einem in Alexandrien gefuudenen Sarg, welche Collucci-Bey beschrieben hat (das. II, p. 303). Wozu mögen diese kteiiten Särge ursprünglich gedient haden '< Daß diese große Zahl nur Särge für Kinderleichen gewesen sein soll, ist durchatts nicht anzuitehmen. Zumal einige griechische Inschriften haben und also darauf Hinweisen, daß sie aus eiuent griechisch redenden Lande und wahrscheiitlich, nach der Decoration zu uriheilen, aus Alexandrien nach dein heiligeil Lande tranSportirt worden siitd. Zwei haltbare Erklärungen sind für den Gebrauch dieser Särge gegeben worden, die eine, daß sie Gebeine verwester Leichen enthalte» haben, welche aus dent Auslande trattsportirt worden seien, und die andere, daß sie Palästina selbst angehört haben. Diese letzte Erklärung stellte Herr de Saulcy aus: Die Leichen, welche in einem einer Familie angehörenden Grabgewölbe keigesetzt waren, mußten mit der Zeit anderen hinzugekommenen Raum machen, die Geivölbe, wenn noch so groß angelegt, mußten mit der Zeit für die Generationen