Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1881)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1881-10-01
- Page
- Seite 462 (sequence 4)
- Language
- German
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402 Revue des etudes Juivcs. sich ,;wer Fragmentstiicke von unbestreitbarer Wichtigkeit, eine Thontafel und ein Thoueyliuder. In englischen Journalen hat Pinches von der Tafel ein kurzgefaßtes iUefume gegeben, und Rawlinson eine Copie des Thoncylinders veröffentlicht uitb dieselbe mit philologischen Anmerkungen begleitet. Die liebersetznng des Cylinders namentl ich hat Halvvi an mehreren Punkten modisicirt und weitere wissenschaftliche Resultate daraus zu ziehen versucht. Wohl sind die Assyriologeu bei der Konstruktion geschichtlicher Thatsachen auf Grund jener keilschriftlichen Funde entschieden und zuversichtlich vorgegangen, im Bewußtsein der wahrhaft erstaunlichen Erfolge und Fortschritte auf diesem, anfangs völlig dunklen und jetzt sich immer mehr lichtenden Sprach- und Schriftgebiet; wohl lauten ihre Folgerungen und Schlüsse in den meisten Fällen kühn und bestimmt genug, sei es, daß sie deu leeren Raum, der zwischen den inschriftlichen Berichten immer wieder klafft, zu füllen haben, sei es, daß sie analoge oder widersprechende Erscheinungen semitischer Linguistik und Geschichte aufhelleu oder berichtigen wollen. Gleichwohl ist das allgemeine Mißtrauen noch lange nicht gehoben, — welches sich allerdings nicht gegen die ernsten Forschungen, sondern nur gegen die anticipirten Resultate richtet —, daß iu den dargebotenen Offenbaruttgeu wohl noch häufig eine Fata morgaua ihr neckisch Spiel getrieben haben mag, welche dürren Sand als Helle Wasserstreifen und grüne Landschaften vorgaukelt, daß der änigmatische Charakter der rebusartigen Schriftweise zuweilen selbst schnurstracks widersprechende Deutungen zulaffen könnte, welche den Zeichen nach zutreffen, für keine der einzelnen Lösungen daher eine solide Gewähr bieten. Dazu kommt noch, daß die ohnedies so räthfelhast redenden Zeuge»! nur selten anders als in einem trüminerhaften und desolaten Zustand an das Tageslicht treten, und der an seinen Gegenstand hingegebene Entzifferer in die unlieb-