Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 9 (September 1881)
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1881-09-01
- Page
- Seite 412 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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412 < Die Fabel in Talmud und Midrasch. Ich halte darum dafür, daß einzig und allein diese Aleph- Fabel des Rabbi Acha von Rabbi A k i b a h e r st a m m t, von dem er sie — gleich den von ihm tradirten halachischen Entscheidungen — erhalten hat. Später wurde die kurze Aleph-Fabel des Rabbi Acha — beziehungSweise des Rabbi Akiba — in unsere lange und langweilige Alphabet-Fabel erweitert und das Ganze Dem. jeniqeil beigelegt, in Bezug auf welchen es nu Talmud heißt: כשעה שעלה משה למחם מצאי להקב׳יה שיושב וקושר קשרים לאותיות אמו לפניו רבונו של עולם מי מעכב על ידך אמר לו ארם אחר יש שעתיר להיות בסוף כמה דורות ועקיבא בן יוסף שמי שעתיר לרחש על כל קוץ וקוץ תילין תילין של הלכות (מנחות כים ע״ב). Daß diese Erweiterung aber ein sehr spätes Produkt ist, beweist auch schon der Umstand, daß außer der oben genannten Jalkulstelle in keinem der vielen älteren Midraschim ihrer erwähnt!vird, obzwar sich oft genug hierzu Gelegenheit geboten hätte. Alle anderen Midraschim kennen nur die kurze Aleph-Fabel, die den Urspruug des Ganzen bildet. Als Lehrzweck dieser Aleph-Fabel leuchtet mir der schöne Gedanke entgegen, daß die G e i st e s w e l t höher stehe als die Körperwelt und jener der Vorrairg gebühre vor dieser, darunr begirmt die Offenbarung mit dem ersten, während die Schöpfungsgeschichte mit dem zweiten anfängt. Ein Gedanke, würdig eines Rabbi Akiba, der an der Thora mehr hing als am Leben und dieses für jene hingab. Außer diesem speziellen Lehrzweü aber sehe ich noch eine weiter gehe וו de allgenreinere Absicht ihr zu Grunde liegen, von der ich jedoch erst am Ende s ä m m t l ich e r Buchstabensabeln sprechen will; וו• eil ich dieselbe Absicht auch den anderen Bnchstabensabeln zu Grunde lege. <8»rts»tz»mg folgt.)