Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 28 (1879)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1879)
- Article
- [Rezension] / St.
- Date
- 1879-02-01
- Page
- Seite 95 (sequence 2)
- Language
- German
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iHeccujtoneu. 90 fenutiüfi, die auch heute noch selbst iu berufenen Fachkreisen Hinsichtlich des Talmud herrscht, und angesichts der verkehrten Uriheile, die in Folge dieser Unkenntnis; immer wieder über den Talmud gefallt werden, will der Vers. in einer Skizze iiber die Autoren desselben, über die Zeit seiner Entstehung und Zusammensctzung, sowie auch über die in ihm behandelten Stoffe einige Ansklärung geben. Im ersten Theile behandelt Vers, die Tanaitenperiode, indem er vorzugsweise bei denjenigen Tanaiten veriveilt, welche die verschiedenen Mischnasammlnngen veranlagten, bis die Mischna endlich die abgeschlossene Gestalt erhielt, die ihr N Fehuda Hanassi gegeben. Zm zweiten Theile gehr er zur Amoräerveriode über, indem er auch hier überall die wichtigsten Erscheinungen und Vorgänge bis zunr Abschlüsse des Talmud beleuchtet. Wir müssen es als ein verdienstliches und dankenswerthes Streben bezeichnen, auf dem vom Verfasser eingeschlagenen Wege eine bessere Meinung von! Talmud auch in solchen et reisen hervorznrufeu, in die sonst voil demselben fast nie eine belehrende, zuweilen aber doch eine verunglimpfende Kunde dringt. Ter Verfasser versteht seinen Stoff klar und — was besonders Anerkennung verdient — ohne hyperbolische Ueberlreibung darzirstellen. Allein eine Hauptsache haben wir verinisst — eine allgemeine Charakteristik des Talmud. Wir haben dieselbe ain Schlüsse der geschichtlichen Crörterungen erwartet. Anstatt desseir springt der Verf., sowie er diese Erörterungen abgeschlossen, sofort zu Einzelnheitcn über, zilr gesellschaftlichen Stellung der Frau im Talmud, zur Bedeutung der Ehe iu demselben, zur Hochhaltung der Arbeit. Hierauf reproducirt zwar der Vers, die allgemeinen ethische,; Grundsätze, wie sie nameittlich in Abot gelehrt werden, und zeigt die Aehnlichkeit vieler talmudischer Sentenzen niit solche!; in Evangel. Matth. vorkoinrnenden, welcheS ganz besonders unter dem Einflüsse des Talmud gestände!; habe, aber zu einer durchdringenden, allseitigen Charakteristik