Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 11)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Falaschas (abessinische Juden). 395 Nachfolger die nachstehende Darstellung: Nachdem er zunächst von der Ankunft des Menelek uttb dessen jüdischen Begleitern, der abessinischen Sage gemäß, erzählt, führt er an, daß die Nachkommen dieser Juden sich sehr vermehrt und namentlich das flache Land der Provinz Dembea zu ihrem Wohnsitze auswählten, wo sie hauptsächlich, wie auch noch in neuern Tagen, das Handwerk der Maurer, Dachdecker und Töpfer betrieben hätten. Als nun die abessinische Herrscherfamilie das Christenthunl angenommen hätte, hätte sich auch ein Theil der Juden zu dieser Religion bekehrt, während die übrigen dem väterlichen Glauben treu geblieben wären. Diese letzteren hätten sich von dem christlichen Kaiser getrennt und einen anderen Prinzen ans dein Geschlecht Menelek's, Namens Phineas, zu ihrem Fürsten erwählt, welcher der Stammvater der spätern Falaschafürsten geworden wäre. Seit dieser Zeit hätten die Juden einen selbstständigen Staat gebildet, welchen die Abessinier, mit Bezug auf den Abfall der israelitischen zehn Stämme von dem Hause Davids, vorwurfsvoll ״Beth Israel", im Gegensätze zu dem legitimen, nunmehr christlichen, ״Beth Juda" genannt hätten. Zwischen beiden Theilen hätte fortwährend Krieg geherrscht; die jüdischen Fürsten hätten sich in das gebirgige Land Semisn zurückgezogen und dort ihre Residenz auf einem hohen spitzen Felsberqe genornmen, der seitdem der Judenfels heiße. Sie hätten sodann im Laufe der Zeit ihre Macht durch jüdische Flüchtlinge aus Palästina und Arabien sehr verstärkt, bis sie mächtig genug gewesen wären, ihre Gegner zu überwinden. Das jüdische Königspaar, Gideon und Judith, hatte nun, wie Bruce weiter erzählt, eine Tochter von großer Schönheit und einem hervorragenden Talente für׳ Jntriguen, Namens Judith oder Saar, das heißt das Feuer, auch Sagne genannt, welche mit dem Statthalter des kleinen Bezirks Bugna in der, gleichfalls von vielen Inden bewohnten, Provinz Lasta verhei-