Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1878-01-01 · Heft 4 · p. Seite 190

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
27 (1878)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension] / J. E.
Date
1878-01-01
Page
Seite 190 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829500-2829505--18073-2870614
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

190 Rettnsion. verschiedenartiger, die einzelnen Seiten des Gegenstandes behandelnder Vorarbeiten möglich. Die Bedeutung von Frankels Hodogetik ist vielmehr die, daß sie das Programm für alle weiteren Untersuchungen auf diesem Gebiete aufgestellt und durch eine außerordentlich reiche Sammlung von Materialien die fruchtbarsten Anregungen für die Behandlung einzelner Fragen geliefert hat. Diese weiteren Untersuchungen sind nun auch bis jetzt ziemlich zahlreich ausgenommen worden, und zwar haben dieselben, der Anregung jener grundlegenden Werke folgend, von dem gesammten talmudischen Schriftthum bis jetzt vorzugsweise die Mischna zum Gegenstand des Studiums in dem angedeuteten Geiste gemacht. Ganz natürlich. Bei jeder neu sich bildenden Wissenschüft sind es immer zuerst die schwierigsten Probleme, die zur Lösung reizen, und ein solches ist die Bildung und Zusammensetzung der Mischna. Der Talmud im engem Sinn läßt sich leicht in seine einzelnen Bestandtheile auslösen, sichtbar sondern sich in ihm Mischna und Boraita, ihre Behandlung, Vergleichung und Durchdringung durch die Amoräer, wie die selbstständigen Anschauungen und Einrichtungen dieser selbst. Anders verhält es sich mit dem Meisterwerke Rabbi Jehuda Hanasi's. In dessen kurzen Sätzen sind nach einem treffenden Artsdrucke des Talinud die Anschauungen und Lehren eurer größeren Reihe von Tanaitengeschlechtern versenkt und von den mit Namen genannten Tanaiten wird meist nur der kurze Ausdruck ihrer Lehren über einzelne Gegenstände mitgetheilt. Es wäre nun sehr schwer, oder fast unmöglich, aus diesen kurzen, trockenen Sätzen ein klares Bild über die den Abschluß der Mischna vorangehende Geistesthätigkeit und insbesondere die Art des halachischen Studiums zu gewinnen, etwa so, wie wenn wir aus den kurzen Paragraphen des Schulchan Aruch auf die vorangehende weitausgedehnte talmudische Forschung, wie sie sich in den Werken des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.