Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 27 (1878)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension] / J. E.
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Rettnsion. verschiedenartiger, die einzelnen Seiten des Gegenstandes behandelnder Vorarbeiten möglich. Die Bedeutung von Frankels Hodogetik ist vielmehr die, daß sie das Programm für alle weiteren Untersuchungen auf diesem Gebiete aufgestellt und durch eine außerordentlich reiche Sammlung von Materialien die fruchtbarsten Anregungen für die Behandlung einzelner Fragen geliefert hat. Diese weiteren Untersuchungen sind nun auch bis jetzt ziemlich zahlreich ausgenommen worden, und zwar haben dieselben, der Anregung jener grundlegenden Werke folgend, von dem gesammten talmudischen Schriftthum bis jetzt vorzugsweise die Mischna zum Gegenstand des Studiums in dem angedeuteten Geiste gemacht. Ganz natürlich. Bei jeder neu sich bildenden Wissenschüft sind es immer zuerst die schwierigsten Probleme, die zur Lösung reizen, und ein solches ist die Bildung und Zusammensetzung der Mischna. Der Talmud im engem Sinn läßt sich leicht in seine einzelnen Bestandtheile auslösen, sichtbar sondern sich in ihm Mischna und Boraita, ihre Behandlung, Vergleichung und Durchdringung durch die Amoräer, wie die selbstständigen Anschauungen und Einrichtungen dieser selbst. Anders verhält es sich mit dem Meisterwerke Rabbi Jehuda Hanasi's. In dessen kurzen Sätzen sind nach einem treffenden Artsdrucke des Talinud die Anschauungen und Lehren eurer größeren Reihe von Tanaitengeschlechtern versenkt und von den mit Namen genannten Tanaiten wird meist nur der kurze Ausdruck ihrer Lehren über einzelne Gegenstände mitgetheilt. Es wäre nun sehr schwer, oder fast unmöglich, aus diesen kurzen, trockenen Sätzen ein klares Bild über die den Abschluß der Mischna vorangehende Geistesthätigkeit und insbesondere die Art des halachischen Studiums zu gewinnen, etwa so, wie wenn wir aus den kurzen Paragraphen des Schulchan Aruch auf die vorangehende weitausgedehnte talmudische Forschung, wie sie sich in den Werken des