Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / T.
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 572 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Stocenftonert. 5-72 dieser Bestrebungen eine genaue, auf Ergebnisse der Statistik beruhende Schilderung des gegenwärtigen Zustandes von Land und Leuten fehlte, so dürfte diesem Bedürfnisse ein durch Reichhaltigkeit des Inhaltes wie Genauigkeit der Detailforschung ausgezeichnetes Werk genügen, es ist die Schilderung, die neuerdings der Arzt D. B. Neumann von der heiligen Stadt und deren Bewohnern aus eigener fünfzehnjähriger Anschauung entworfen hat. Die ersten Capitel des Buches beschäftigen sich mit den naturhistorischen, die folgenden mit den culturgeschichtlichen und socialen, die letzten mit den mediciuischen Verhältnissen der Stadt. In dem ersten Abschnitte ist auch in großen, markigen Zügen ein Gesanrmtbild von der Bodenbeschaffenheit des heiligen Landes überhaupt gegeben. Die Form der Darstellung ist populär im edelsten Sinne des Wortes, fesselnd durch Farbenreichthum der Sprache, durchsichtig und gehaltvoll zugleich, doch glauben wir, daß es den eben beregteu stylistischen Vorzügen feinen Eintrag gethau hätte, wenn uns Verf. auch den Stellennachweis in Josephus und anderen Quellenschriftstelleru, die er benutzt, nicht schuldig geblieben wäre, was sicherlich den Werth des Buches für jüngere Forscher noch erhöht hätte. Bei der Darlegung der cülturgeschichtlichen Verhältnisse ist Verf. bemüht, den Widerstreit topographischer Augaben, soweit er auf ältere und neuere Messungen beruht, durch ansprechende Vermuthungeu auszugleichen, wie wenn er gegenüber den Angaben über Länge und Breite der jetzigen Tempelarea, wonach jene 1520 bis 1617, diese 927 bis 1020 F. beträgt, während nach Mischnah Midoth und Josephus die Tempelarea ein Quadrat war, dessen Länge und Breite oft gleich waren, die Annahme zu Hilfe nimmt, daß die heutige Area nach Norden zu erweitert worden, indem man den Raum der Burg Antonia, welche an der Nordseite der Tempelarea lag und ebenfalls an jeder Seite sin Stadium maß, in die jetzige Area eiuschloß; eine Annahme,