Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 5
- Article
- George Eliot und das Judenthum
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829492-2869961--17452-2869990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
George Eliot und das Judenthum. 215 Welttheile, die unser Ritual beobachten und sich zur göttlichen Einheit bekennen, ist die Seele des Judenthums nicht erstorben. Erweckt wieder den organischen Mittelpunkt: laßt die Einheit Jsrael's, welche das Wachs thnm und die Form seiner Religion erschuf, eine äußere Wirklichkeit werden! Festen Blicks auf ein Land und eins Regierungsforln gerichtet, kann unser zerstreutes Volk an allen Enden der Erde die Würde eines Rationallebens theilert, das sine Stimme unter den Völkern des Ostens und des Westens hat, — das die Weisheit und Geschicklichkeit unserer Race fortpflanzen wird, auf daß sie, wie in alter Zeit, eine Vermittlerin von Kenntnissen und Verständniß sei. Laßt dies geschehen, und die lebendige Wärme wird sich bis zu den schwachen Endgliedern Israels verbreiten, und der Aberglaube wird verschwinden, nicht in der Gesetzlosigkeit des Renegaten, sondern in der Erleuchtung großer Thatsachen, welche das Gesuhl erweitern und alles Wissen lebendig machen als das junge Erzeugniß geliebter Erinnerungen".-״Ich preise keinen Aberglauben, ich preise die lebendigen Quellen des herzerweiternden Glaubens. Was ist Wachsthum, Erfüllung, Enlwick- Inng? ... Ich sage, daß die Wirkung unserer Abgeschlossenheit nicht erfüllt sein und ihre höchste Verwandlungsstnfe erreichen wird, wenn unsere Race nicht wieder den Charakter einer Nationalität annimmt. Das ist die Erfüllung des religiösen Glaubens, welcher sie zu einem Volke verschmolz, dessen Leben die halbe Inspiration der Welt erschaffen hat. Was gilt es mir, daß die zehn Stämnre unaufspürbar verloren gegangen sind, oder daß zahlreiche der Kinder Judah sich mit den heidnischen Bevölkerungen wie ein Strom mit Strömen vermischt haben? Seht, uirser Volk ist immer noch da! Die Säume seiner Gewänder siird weithin versprengt; sie sind zerrissen und beschmutzt und zertreten; aber ein mit Edelsteinen besetztes Brustschild ist noch da. Mögen die reichen Leute, die Handelsfürsten, die Gelehrten in