Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Präcisirung der Zeit für die, die Judäer betreffenden Vorgänge unter dem Kaiser Caligula
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829491-2869901--17384-2869919- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vorgänge unter dem Kaiser Caligula. 153 wurde ohne Zweifel so rasch als möglich von den Consuln und dem Senat nach allen Richtungen der Windrose verbreitet. Für die römischen Gouverneure in Syrien und Palästina mar der kürzeste Weg zur Benachrichtigung zu Wasser über Alexandrien. Da die Schifffahrt zur Winterzeit mit Schwierigkeiten verbunden war, so kann man wohl annehmen, daß ein Monat vergangen ist, bis Petronins und Jerusalem diese für Beide frohe Botschaft erhielten. Sie ist also Ende Februar eingetroffen. Nach Megillat Taanit traf sie am 22. Schebat an, wie öfter angegeben. Der Monat Nissan und das Paffah-Fest coincidirten also auch in diesem Jahre mit dem April. Mit diesem Ealcul können wir besser operiren, um die chronologischen Data für die Begebenheiten zu präcisiren. Perfolgen wir diese rückwärts. Ende Februar — 22. Schebat traf die Nachricht von Caligula's Tod ein. Nicht lange vor seinem Tode, so bald er Petronins' abmahnendes Schreiben erhalten hatte, hatte er das Drohschreiben an diesen Statthalter erlassen. Nehmen wir an, das; es zwischen dem l5.^-20. Januar 41 erlassen war. In dieser Zeit hatte Caligula bereits Petronius' abmahnendes Schreiben erhalten. Es war also etwa Mitte D e c e m b e r 40 von Petronins abgesandt worden. — Zu dieser Zeit hatte Petronins längere Zeit mit den Judäern verhandelt — nach Josevhus 50 Tage nach dem gewöhnlichen Beginn der Ernte. Die Verhandlung nack dem Eintreffen des Bildsäulenbefehlcs von Seiten Caligula's begann also im October. Nach MegillatTaanit traf die Nachricht am 14. Tischri ein, wogegen kalendarisch nichts einznwenden ist. Die Jndäer in Palästina können von dem ihnen aufgelegten Zwang im Oct. nach Rom berichtet haben, vielleicht an den damals dort weilenden König Agrippa, damit er für sie bei dem ihm befreundeteu Kaiser eine Fürbitte thun möge. Diese Nachricht kann im November in Rom eiugetrosfen sein, und die Judäer in Rom habe» sich beeilt, den alexandrinischen Gesandten sofort Mitthei-