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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 2 · p. Seite 79

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 2
Article
Die Familie Gradis
Date
1876-01-01
Page
Seite 79 (sequence 2)
Language
German
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'79!ttb da sein Bruder M o s e in Martinique weilte, um die dortigen Besitzungen zu verwalten und ertragfähigzu machen, und selbst - ine Familie hatte, so ging die Leitung des Geschäfts mit des- ׳,n Zustimmung auf die beiden Neffen über, welche den Namen Äenjamin führten; der eine Sohn des Jakob Gradis und der andere Sohn des Abraham Gradis II. Um die beiden Neffen von einander zu unterscheiden, wurde der Erstere (geb. 1780) Benjamin der Aeltere, und der Andere (geb. 1789) der Jüngere beigenannt. Benjamin der Aeltere, Lohn Jakobs, hatte von Jugend an mehr Neigung für die Litcratur als für die Geschäfte und zog sich nach und nach davon zurück, um ganz der Poesie zu leben. Er besaß feinen kritischen Geschmack, und war mit berühmten Literaten seiner Zeit befreundet. Er war Mitglied einer eigenen Gesellschaft, die sich ״soviel« des vaudevillistes“ nannte (gegründet 1799). Die Aufgabe jedes Mitgliedes derselben war, aus der Urne ein Sujet zu ziehen und daraus eine poetische Composition zu gestalten. Benjamin der Aeltere hat die ihm zugefallenen Aufgaben glücklich gelöst und zur Zuftiedenheit seiner Genoffen bearbeitet. Es erschienen von ihm Nouvellen und Märchen im orientalischen Genre, welche in Sammlungen ausgenommen, theils in Bordeaux und theils in Paris veröffentlicht wurden — gegen seinen Willen; denn seine Bescheidenheit scheute die Oeffentlichkeit. Auch ästhetisch-kritische Artikel sind von ihm erschienen, voller Grazie und mit attischem Witz durchzogen. Sein orientalischer-Roman 2״gjdouna" ist erst zwei Jahre nach seinem Tode 1845 veröffentlicht worden. Ein begeisterter Freund entwarf eine warme Schilderung von seiner Persönlichkeit. ״Herr Benjamin Gradis der Aeltere stand in Verbindung mir allen literarischen Größen unserer Zeit, zu denen er hätte gerechnet werden können, wenn die Einfachheit seines ,Gescknackes, die mit seiner Bescheidenheit in Harmonie stand. Die Fämilie Gradis.

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