Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 12 · p. Seite 571

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension]
Date
1874-01-01
Page
Seite 571 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829457-2868369--15880-2868420
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Recension. 571 c) Milch ein et Mizwa, eine gegen das Christmthum polemisirende oder vielmehr die Angriffe desselben gegen das Jndenthum abwehrende Schrift, deren Verfasser — nach W 0 l f und cts kossi v. ood. 155, Meir b. Simeon — erst eruirt werden muß. Neubauer behält sich eine eingehende Besprechung dieser merkwürdigen Schrift vor. Ich will daher, obwohl ich durch die Güte des Herrn Berliner längere Auszüge aus der letztgenanuten Schrift besitze, hier keine Ergänzungen zu Neubauers Bericht geben, nur auf einen einzigen Punkt will ich Hinweisen. Die Schrift enthält eine geschichtliche Notiz über die Privilegten, welche Karl der Große den Juden von Narbonne für geleistete Dienste ertheilt hat. Dieselbe Notiz hat auch Tourn a l in seinen Catalogue du müsse de Narbonne mitgetheilt. ״Es ist mir unbekannt, sagt Neubauer p. 8 daß irgend welche Chronik diese Thatsacheu erwähnen." In der Monatsschrift 1868 p. 213 habe ich bereits dieselbe geschichtliche Notiz aus Aristide Guilbert. Histoire des villes des France vol. IV. p. 407 mitgetheilt. Rapport p. 20 werden die Münchener Handschriften besprochen, u. A. der דרך אמונה. Daß diese Schrift Meir aus Rothenburg gehöre, hat Niemand bis jetzt ernstlich behauptet. Wenn die genannte Schrift nicht gar identisch ist mit dem דרך אמונה von Meir ibn Gabbai! p. 22 weist Neubauer auf eine handschriftliche Randglosse des Herrn Halberstamm in Bielitz hin, wornach das von Luzzatto herrühreude ספר האסורות ms. nicht einen deutschen, sondern einen provencalischen Gelehrten, Jehuda b. Jacob aus Carcassoune, zum Verfasser habe. Darauf habe ich bereits Monatsschrift 1869, p. 536 aufmerksam gemacht. Bei dem reichen handschriftlichen Material, das der gelehrte Neubauer mit kritischem Geiste gesammelt hat, verspricht sein demnächst erscheinendes größere Werk eins der wichtigsten Arbeiten der jüdischen literar-historischen Forschungen der letzten Jahre zu werden. Gr. Strehlitz im November. Dr, H. Groß.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.