Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die assyrischen Invasionen und Eroberungen in Palästina, im samaritanischen und judäischen Reiche
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 534 (sequence 6)
- Language
- German
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534 Die ägyptischen Invasionen und Eroberungen in Palästina, dition unternahm, ganz Phönicien eroberte, die lyrische Flotte zerstreute, die Insel Tyrus belagerte, rückte er auch gegen Samaria, und belagerte es und machte dem Zehnstämmereich ein Ende. Der Abfall Tyrus und Samaria's von Assyrien erfolgten gleichzeitig und standen in Verbindung. Hosea wurde von Sßü-Sevichos, König von Aegypten zum Abfall bewogen, (Könige das. 17, 4). Folglich haben die drei Länder Aegypten, Samaria und Tyrus eine Tripelalliance gegen S almanasser gebildet. Juda dagegen, damals von Chiskija regiert, war davon ausgeschlossen, was in inneru Verhältnissen seinen Grund hat. Aus den zweimaligen Kriegeszügen Salmanassers in Phöuieien, nach der phönicischen Quelle, und in Samaria, nach der israelitischen Quelle, ergiebt sich ohne weiteres, nicht bloß daß beide gleichzeitig waren, sondern auch, daß dieser König das Letztere eben so tote Tyrus durch eine lange Belagerung bedrängt hat, folglich daß er der Zerstörer des samaritanischen Reiches gewesen sein muß. Ob er auch das leer gewordene Land dieses Reiches durch Colonisation bevölkert hat, wird später Gegenstand der Untersuchung sein. Von der Invasion eines assyrischen Königs Namens S arg o n ist in der judäischen Quelle nichts erwähnt. Erzählt wird nur, daß Sargon seinen Feldherrn Tarton gegen Aschdod gesendet, und daß dieser es erobert hat (Jesaia 20, 1); wenn der Name überhaupt gesichert ist, denn die griechische Version hat dafür ’Agva. Möglich, daß der ursprüngliche Text gar סנחריב gelautet hat. Denn der Feldherr Tarton, der nach dieser Relation gegen Aschdod gesandt wurde, war unter Sancherib Feldherr (Könige II, 18, 17). Außer den Keilinschriften, welche nach Angabe der Assyriologen von seinen Thaten sehr viel erzählen, kommt der Name nicht vor. Die Jdentificirung desselben mit dem babylonischen König Arkeanos im Ptolemäischen Kanon, ist eine schlechte Combination und hat die Chronologie gegen sich (vergl. Graetz B. I S. 486 fg.). Wenn