Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 434 (sequence 2)
- Language
- German
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434 Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel. Zeit zu versetzen (S. 678). Doch er ist vorsichtig. Zum Schlüsse seiner Abhandlung (S. 688), wo er die Hypothesen in unumstößliche Resultate formulirt, begrenzt er die Abfassurtgszeit zwischeu 440—400. Diese Vorsicht verrätst aber schon die ganze Schwäche der Behauptung. Im I. 440 lebte Ezra noch, und im I. 400 lebte Nehemia nicht m e h r, sondern es begann die Zeit der ecclesia magna oder die Thätigkeit jener unbekannt gebliebenen Männer, welche die von Ezra angebahnte Richtung fortgesetzt haben. Mit Ezra beginnt bekanntlich ein Wendepunkt in der nachexilischen Geschichte; der Pentateuch wurde nicht bloß dem Volke vorgelesen, sondern in das Leben des regenerirten Volkes eingeführt. Nun muß eine pseudepigraphische Schrift, was Ez. nach Znnz sein soll, das Pathos der Zeit zur klaren Anschauung bringen, und nur daran ist sie zu erkennen. Dieses Pathos war zu Ezra's und Nehemia's Zeit die Mischehen auf der einen Seite und die Reaktion dagegen vermittelst des Pentateuchs auf der anderen Seite. Reflectirt nun Ez. diese tiefgehende Bewegung des judäischen Volkes? Auch nicht eine Spur davon zeigt sich in dem ganzen Buche. Darum vermag Z. die Zeit der Abfassung nicht zu sixiren, ob das Buch in den Tagen Esra's oder Nehemia's oder in der nach-nehemjanischen Zeit entstanden ist. Außerdem sind seine Beweise von der Jugend Ezechiels so schwach, daß das kritische Resultat seiner Forschung schwerlich auf Zustimmung rechnen kann; manche sind geradezu falsch uud beweisen weit eher das Gegentheil. Da Eziechiel auch für die Geschichte und Chronologie der allgemeinen und der israelitischen Geschichte von besonderer Wichtigkeit ist, so soll im Folgenden die Zunz'- sche Beweisführung von der Unechtheit desselben beleuchtet werden. Es wird sich zeigen, daß dieser Forscher den Werth dieses merkwürdigen prophetischen Schriftdenkmals verkannt und es unterschätzt hat. Wir wollen hier zuerst seine Argumente in den gottesdienst l.