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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 7 · p. Seite 324

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 7
Article
Zur Halachakritik
Date
1874-01-01
Page
Seite 324 (sequence 7)
Language
German
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324 Verhältniß der Tosifta zu Mischna und der jerusalemischen Gemara nai der Tosifta, und! der Jeruschalmi folge diesem, Babli jenem. In die Sprache der Wissenschaft übertragen, heißt das nichts anderes, als: Die jerusalemische Mischna wurde in Babylonien wegen eines veränderten prineipiellen Standpunctes emendirt. *) Warum hat aber R. Eliah Wilna nicht Babli und Jeruschalmi ausgeglichen, um die Autorität des ersten zu retten 2)? Weil ihm die Wahrheit eine höhere Autorität war, in deren treuem Dienste auch die babylonischen Amoraim arbeiteten, und diese allein muß uns um Widersprüche zu beseitigen und aus der ewigen Unklarheit herauszukommen, fort und fort einzige Autorität sein und bleiben. Daß das dargestellte Verhältniß nicht nur in einzelnen Fällen, sondern durchgreifend ist, werden wir in den folgenden Beispielen zeigen.— (Fortsetzung folgt.) *) Der von R. Eliah Wilna (a. a. O.) angegebene verschiedene Standpunct der Tosifta und Mischna entsprang aus geschichtlichen Verhältnissen. In Palästina hatte man vor dem römischen Beamten Furcht, man präsumirte daher die Wahrheit der Aussage eines Juden in Gegenwart eines solchen. In Babylonien lebten die Juden freier. Alan kannte keine Furcht vor dem persischen Beamten, kam eine solche Haussuchung, wie sie in der Tosifta besprochen wird, wohl gar nicht vor, man konnte daher die obige Präsumtion gar nicht begreifen und emendirte folgerecht die Tosifta, ließ aber als Variante die alte Quelle bestehen. 2) Hätte ihm hier nicht Babli und Jeruschalmi so deutlich den Gegensatz gezeigt, oder wurde er die Tosifta und Mischna allein vor sich gehabt haben, er hätte unbedingt, wie er dies meist in Oholot thut, die Mischna nach der Tosifta emendirt. Daß aber diese Emendationen R. Eliah Wilna's, Emendationen der Emendationen sind, wird hoffentlich durch obige und die noch folgende Untersuchungen anerkannt werden.

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