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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 7 · p. Seite 306

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 7
Article
Das Datum der Schlacht bei Kharkhemisch und der Beginn der chaldäischen Herrschaft über Judäa
Date
1874-01-01
Page
Seite 306 (sequence 18)
Language
German
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306 Das Datum der Schlacht bei Kharkhemisch und der Beginn zugleich Nebukad. den Gehorsam und den Tribut anfgekündigt. Dadurch ist Jojakims Kühnheit begreiflich; er stand nicht vereinzelt; wahrscheinlich haben auch damals mit Phönicien noch andere Völkerschaften r^bellirt. Aegypten hat wohl auch Verstärkung und Unterstützung zugesagt, wie es denn oft zur Empörung reizte, ohne seine Zusagen zu erfüllen (Ezechiel 29, 6—7). Damals lebte noch Necho, und er mag zu einem Revanchekriege gestachelt haben. Jojakim mochte daher hoffen, gegenüber dem auf Widerstand stoßenden, in Kriege verwickelten babylonischen Eroberer seine Unabhängigkeit behaupten zu können. Unter Zedakija wiederholte sich dieses Spiel, auch er fiel gleichzeitig mit anderen Völkerschaften, auf Aegyptens Hilfe vertrauend, von Babylonien ab. — Hat Nebukadnezar diesen Abfall Jojakims sofort gezüchtigt? Es scheint nicht. Denn das Buch der Könige weiß nichts von einer Belagerung Jerusalems während Jojakims Regierung (vergl. o. S. 300 fg.). Nur die Chronik berichtet, daß Nebukadnezar gegen ihn gezogen sei, ihn gefesselt habe, ihn nach Babel abzuführen, und die Tempelgefäße mitgenommen habe (36, 6). Das Buch der Könige dagegen läßt ihn zu seinen Eltern eingehen, d. h. im Frieden sterben. Die Chronik will offenbar mit dieser Erzählung andeuten, daß Jeremia's Prophezeiung gegen Jojakim, er werde außerhalb der Thore Jerusalems geworfen werden (22, 19), seine Leiche werde der Sonnengluth und der Kälte ausgesetzt sein (36, 30) sich erfüllt habe. Dem steht der trockene und glaubwürdigere Bericht in Könige von Jojakims Ende schnurstracks entgegen. Es muß daher als Thatsache angesehen werden, daß Jerusalem bei Jojakims Lebenszeit die Chaldäer nicht vor seinen Mauern gesehen hat. Wenn die Rechabiten mittheilen, daß sie sich bei Nebukadnezars Zug gegen Jerusalem vor dem Heere der Chaldäer (Jeremia 35, 11) und dem Heere Edoms nach Jerusalem geflüchtet haben, so kann sich das nur auf die Bel ag erung unter Zedek i j a beziehen (vergl. Graetz Geschichte I S. 470.). Unter Jo-

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