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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 11 · p. Seite 498

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 11
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 498 (sequence 2)
Language
German
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498 Die Söhne des Herodes. Tode abgefaßten Codicill ward er neben Archelaus und Antipas freilich mit den entlegensten, ärmsten und verkommensten Territorien des Herodianischen Reiches bedacht. Bei den widerlichen Ränken und Zänkereien, die unmittelbar nach dem Ableben des Herodes unter den Erben ausbrachen, trat er wenig in den Vordergrund. Sein gerader, ehrlicher und friedlicher Sinn war nicht danach angethan, die dunkelen Schleichwege der diplomatischen Jntrigue zu verfolgen. Er war ein bedächtiger, ruhiger und gerechter Mann, und die äußerst dürftigen Notizen, die uns Josephus über sein Leben aufbewahrt hat, lassen ihn als den besten und würdigsten Regenten aus dem Hause des Herodes erscheinen. In dem Erbstreit war ihm durch die Sachlage seine Parteistellung vorgeschrieben. Seine Interessen hingen auf's Engste mit denen des Archelans zusammen, und er mußte die Thronanwartschaft des Letzteren unterstützen, weil dieser natürlich auf die Ausführung des letzten Codicills hinzuarbeiten bestrebt war. Als darum Archelaus nach Rom ging, um die nothwendige Bestätigung des Kaisers zu erhalten, übernahm er die interimistische Verwaltung des Reiches und des Privatvermögens seines Halbbruders.') In dieser Stellung war er ganz an feinem Platze, und er ,hat es später während seiner langen Regierung hinlänglich gezeigt, daß er selbst unter den schwierigsten Verhältnissen die bürgerliche Ruhe und die Achtung vor dem Gesetze zu erhalten im Stande war. Zur Befestigung seines Postens und zur Beruhigung der aufgeregten Gemüther trug vielleicht auch der Umstand ')Hausrath I, 6 285 : ״Archelaus setzte seinen Stiefbruder Philipp zum Reichsverweser und Vormund seiner Kinder ein." Das ist ein Jrrthum. Weder Archelaus noch Antipas noch Philipp haben, so viel wir aus Josephus wissen, Kinder hinterlassen. Die Worte: ״rov oYxov“ in dem Satze: 1> ״>lUtc7v» raätltfix! m ndvru ifpaig xurioüaaihxi■ rov oixov xccl T-ijg dqyjjc“ (Ant. XVII, 9, 8, vgl. B. II, 2, 1) haben das Mißverständniß offenbar veranlaßt.

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