Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Söhne des Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Söhne des Herodes, 419 selber für die Reisehindernisse die Zeit von Sommer 35— Frühjahr 36 an setzt, und dabei, wie wir oben gesehen haben, noch nicht einmal den freiwilligen Aufenthalt in Ptolemais in Anschlag gebracht hat. Und sogar zugegeben, alle diese Daten aus Agrippa's Leben, selbst sein Aufenthalt bei Antipas, weise nicht weiter zurück, als in das Jahr 34, wie kann daraus gefolgert werden, daß die Herodias-Ehe in demselben Jahre stattgefunden haden müsse? Kann sie nicht bereits Jahrzehnte lang bestanden haben? Und was Keim sagt, um diesem Einwand zu entgehen, ״der hilfebittende Brief nach den vielen grausamen Prüfungen wird nicht jahrelang gezögert, sondern den Beginn der großen Glückswandelung der Herodias, ihren Uebergang aus dem Privatstand auf den Thron benutzt haben", ist durchaus hinfällig. Denn wenn es auch allerdings richtig ist, daß Kppros mit ihrer Bitte, sobald das Bedürfuiß nach Hülfe oorlag, nicht Jahre lang gezögert haben wird, so ist ja daraus keineswegs erwiesen, daß dieses Bedürfuiß erst im Jahre 34. eingetreten sein kann, so ist ebensowenig irgendwo auch nur eine Spur bemerkbar, daß die Bitte um Hülfe eine erst vor Kurzem geschlossene Ehe vorausfetzen läßt, und nur wenn dieses letztere bewiesen werden könnte, hätte Keims Schlußfolgerung eine Berechtigung. Und endlich die Richtigkeit aller Daten und Interpretationen Keims zugegeben, so bleibt immer noch die Schwierigkeit unlösbar, durch welche Facten die bei Josephus entstehende Lücke von etwa elf Jahren gedeckt werden soll. Kein! hat diesen saülen Punkt sich nicht verhehlt und bemüht sich ') durch ״vergebliche Bemühungen und Anstrengungen des Agrippa" das Deficit zu decken. Allein die von ihm zu diesenr Zwecke construirten Thatsachen sind und bleiben leere Phantasiegebilde. Er sagt daselbst: ״Agrippa verlor (Ans. 23. n. Ehr.) auch die Stütze des Hofes. Vergeblich waren seine Versuche, durch Bestechung ') B.-L. III, 49. 27*