Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Söhne Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Söhne des Herodes. 345 Die Söhne des Herodes. Eine biographische Skizze. Von ftr. M. Brann. (Forisetzung.) Um nach dieser Abschweifung zu Autipas zurückzukehren, so haben wir setzt eine Begebenheit zu behandeln, die in ihren Folgen nicht nur für die weiteren Schicksale des Tetrarchen von der nachhaltigsten Wirkung gewesen ist, sondern auch durch den nahen Zusammenhang, in welchen sie die Evangelien mit jener religiösen Bewegung, der das Christenthum seine Entstehung verdankt, gekrackt haben, die größte Wichtigkeit für die Urgeschichte des Christenthums erhalten hat. Es ist seine blutschänderische Ehe mit Herodias, der Tochter des von Herodes getödteten Sohnes Aristobul und Schwester Agrippa's I, durch welche er, den! Beispiel seines goitlosen Bruders folgend, das Maaß seiner gesetzwidrigen Handlungen übervoll machte und jedem sittlichen Erfühl ganz offen Hohn sprach. Herodias, auf deren Geschichte wir nothweudigerweise ein wenig näher eingeheu rnüssen, war nach der Hinrichtung des Vaters durch den Großvater an Herodes, den Sohn der Hohenpriestertochter, der zweiten Mariamne, verheirathet worden.') Nach der damaligen Erbfolgeordnung war ') Jos. Ant. XVII, 1, 2; XVIII, 5, 1. 4; B. I, 28, 2. — Marc. 6, 17 nennt den ersten Mann der Herodias fälschlich Philipp. Die Frage, werden rechten Namen giebt, ob Marcus oder Iosephus, ist längst zu Gunsten des Letzteren entschieden. Iosephus ist überall in der Genealogie der Herodäer auf's genaueste instruirt und ist in allen einschlägigen Stellen so klar und consequent, daß an einen Irrthum seinerseits nicht zu denken ist. Des Casaubonus verzweifelte Bemerkung: »error enim est et mendacium